Pansinusitis – Entzündung aller Nasennebenhöhlen

5. November 2018
8 Min.

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann akut oder chronisch verlaufen. Sind alle Nasennebenhöhlen gleichzeitig von der Entzündung betroffen, spricht man von einer Pansinusitis.

Freu leidet unter einer Pansinusitis

Die Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen liegen im Gesichtsschädel und bestehen aus je zwei Stirnhöhlen, zwei Kieferhöhlen sowie zwei Keilbeinhöhlen. Zu den Nasennebenhöhlen zählen außerdem die Siebbeinzellen zwischen den Augenhöhlen. Alle Nasennebenhöhlen sind durch enge Öffnungen mit der Nasenhaupthöhle verbunden. Deshalb ist es bereits durch einen einfachen Schnupfen möglich, dass sich die Erreger über diese Öffnungen in die Nasennebenhöhlen ausbreiten und dort eine Entzündung (Sinusitis) hervorrufen.

Interessant: Die Nasennebenhöhlen bereiten die eingeatmete Luft optimal für die unteren Atemwege vor, indem sie diese erwärmen, reinigen und befeuchten.

Was sind die Symptome einer Pansinusitis?

Eine Pansinusitis bringt eine Reihe an Symptomen mit sich. Typische Beschwerden sind unter anderem:

  • starker Schnupfen
  • Gefühl einer verstopften und laufenden Nase
  • Druck- und Stauungsgefühl im Gesicht, das sich beim Vorbeugen verstärkt
  • der Schmerz wird intensiver, wenn Sie das Gesicht mit den Fingern im Bereich der Nebenhöhlen abklopfen
  • Kopfschmerzen (durch die Entzündung der Stirnhöhlen)
  • Zahnschmerzen im Bereich des Oberkiefers (durch die Entzündung der Kieferhöhlen)
  • eingeschränkter Geruchssinn

Gegebenenfalls leiden Betroffene zudem unter Abgeschlagenheit, einem allgemeinem Krankheitsgefühl und Fieber.

Akute und chronische Pansinusitis

Eine Pansinusitis kann sowohl akut auftreten als auch chronisch verlaufen. Während sich die akute Pansinusitis rasch entwickelt, heftige Beschwerden verursacht und danach wieder abklingt, entsteht die chronische Form langsam und verursacht anhaltende, aber in der Regel mildere Symptome. Als Faustregel gilt: Besteht die Nasennebenhöhlenentzündung länger als drei Monate oder tritt öfter als viermal im Jahr auf, ist sie chronisch.
Bei einer chronischen Pansinusitis bemerken die Betroffenen manchmal sogar überhaupt keine Schmerzen, sondern leiden nur dauerhaft über mehrere Wochen unter Schnupfen und einer immerzu verstopften Nase. Um die Symptome abzuklären, ist auf jeden Fall ein Arztbesuch ratsam. Hier kann auch untersucht werden, ob eventuell eine allergische Rhinitis (allergischer Schnupfen) als Auslöser eine Rolle spielt.

Was sind die Auslöser & Ursachen einer Pansinusitis?

Eine Nasennebenhöhlenentzündung kann durch verschiedene Grunderkrankungen ausgelöst werden. Für die richtige Behandlung ist es wichtig, zunächst die Ursache festzustellen.

Infektiöser Schnupfen

Eine akute Pansinusitis wird in der Regel durch einen Schnupfen ausgelöst. Ein Schnupfen entsteht wiederum meist durch Viren, die durch Tröpfchen- und Schmierinfektion leicht übertragen werden können. Durch vermehrte Schleimbildung versuchen die Schleimhäute der Nase die Krankheitserreger auszuspülen. Dabei schwellen die Schleimhäute an, was dazu führen kann, dass Sekret nicht mehr richtig abfließt. Es kommt zum Sekretstau, der sich rasch durch die Verbindungsgänge in den Nasennebenhöhlen ausbreitet und zu einer Nasennebenhöhlenentzündung führt.

Allergien

Auch ein allergischer Schnupfen kann zu einem Anschwellen der Nasenschleimhäute führen und so eine Nasennebenhöhlenentzündung auslösen. Besonders häufig bestehen Allergien gegen Birken-, Erlen-, Hasel- und Gräserpollen.

Seltenere Auslöser

Von einer dentogenen Sinusitis spricht man, wenn die Sinusitis durch eine Entzündung an der Zahnwurzel entsteht, die sich auf die Kieferhöhle ausbreitet. Von dort kann sich ebenfalls über den andauernden Entzündungsherd eine Pansinusitis entwickeln. Andere seltene Ursachen für eine Nasennebenhöhlenentzündung sind starke Druckschwankungen, wie sie zum Beispiel beim Tauchen oder bei Flügen entstehen können. In diesem Fall spricht man von einer Barosinusitis.

Gut zu wissen: Einen besseren Nährboden als das feuchtwarme Milieu in den Nasennebenhöhlen finden Krankheitserreger selten. So entsteht hier häufig auf dem Boden einer ursprünglich viralen Infektion eine zusätzliche bakterielle Übersiedlung, die zu einer eitrigen Entzündung führt.

Risikofaktoren für eine Pansinusitis

Einige Menschen sind besonders gefährdet, an einer Nasennebenhöhlenentzündung zu erkranken. Dazu zählen unter anderem Personen mit geschwächtem Immunsystem, beispielsweise chronisch Kranke. Aber auch anatomische Besonderheiten, wie eine verkrümmte Nasenscheidewand, Nasenpolypen oder verengte Nasennebenhöhleneingänge, begünstigen einen Sekretstau und somit die Entstehung von Entzündungen.

So erfolgt die Diagnose

Die typischen Symptome — wie die Klopfschmerzen über allen betroffenen Nasennebenhöhlen — führen rasch zur Verdachtsdiagnose einer Pansinusitis. Der Hals-Nasen-Ohren Arzt kann außerdem mit einer Nasenspiegelung (Rhinoskopie) die gerötete und geschwollene Nasenschleimhaut beurteilen. Gleichzeitig stellt er mit dieser Methode fest, ob eitriges Nasensekret aus der Kieferhöhle, der Keilbeinhöhe oder den Siebbeinzellen abläuft. Ergänzend können Röntgenaufnahmen oder Ultraschallbilder den Sekretstau in den Nasennebenhöhlen darstellen. Diese Methoden werden häufig dann angewendet, wenn eine Entzündung nicht abklingen will und die Ursache ermittelt werden soll.

Wie wird die Pansinusitis behandelt?

In der Regel ist eine Pansinusitis aufgrund der drückenden Schmerzen eine unangenehme Erkrankung, die jedoch in den meisten Fällen folgenlos abheilt. Bei anhaltenden Beschwerden muss jedoch der Gang zum Arzt erfolgen.

Behandlung der akuten Pansinuistis

Eine akute Pansinusitis wird ebenso wie eine einfache Sinusitis mit abschwellenden Nasentropfen oder -Sprays und sekretfördernden sowie entzündungshemmenden Medikamenten behandelt. Die akute Pansinusitis klingt in der Regel innerhalb weniger Tage ab. Besteht der Verdacht auf eine zusätzliche bakterielle Komponente, wird der Arzt Antibiotika verordnen. Vorher werden meist Abstriche aus dem Sekret angefertigt, um einen Keimnachweis zu erlangen. Durch diesen kann die antibiotische Therapie an das Keimspektrum angepasst werden.

Behandlung der chronischen Pansinusitis

Die chronische Nasennebenhöhlenentzündung wird häufig mit lokal wirksamen Kortisonpräparaten behandelt, um die anhaltende Entzündung abklingen zu lassen. Ebenso können Nasenspülungen mit isotonischer Salzlösung zum Einsatz kommen, die auch über mehrere Wochen angewendet werden dürfen. Ist eine Allergie Auslöser der chronischen Pansinuistis, gilt es vor allem, das auslösende Allergen so gut wie möglich zu meiden. Gegebenenfalls kann eine Desensibilisierung sinnvoll sein. Die Desensibilisierung ist eine Methode, bei welcher der Körper langsam an das auslösende Allergen gewöhnt wird. Die Therapie ist allerdings nur bei bestimmten Allergien erfolgversprechend. Lassen Sie sich dazu von Ihrem Facharzt beraten.

Eine Operation wird in der Regel erst dann durchgeführt, wenn alle medikamentösen Therapiemöglichkeiten ausgeschöpft sind und erfolglos waren. Ein Sonderfall liegt vor, wenn anatomische Gegebenheiten wie Nasenpolypen den Sekretabfluss dauerhaft behindern. Notfalloperationen sind selten und müssen nur erfolgen, wenn die Entzündung ernsthafte Komplikationen — wie etwa eine Ausbreitung der Entzündung auf die Augenhöhle — auftreten.

Theresia Blattmann
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Freiberufliche Redakteurin