Seitenstrangangina in der Schwangerschaft richtig behandeln

27. März 2012
5 Min.

Wenn das Immunsystem geschwächt ist oder bereits eine von Viren ausgelöste Erkältung vorliegt, kann es durch das Eindringen weiterer Erreger zu einer Seitenstrangangina kommen – einer akuten Form der Rachenentzündung. Gerade in der Schwangerschaft sollten Frauen, die an einer Seitenstrangangina erkrankt sind, einige Dinge beachten.

Schwangere Frau liegt mit einer Seitenstrangangina auf dem Sofa.

Symptome der Seitenstrangangina in der Schwangerschaft

Eine Seitenstrangangina (Pharyngitis lateralis) ist — nicht nur während der Schwangerschaft — oft die Folgeerkrankung einer Erkältung. Wenn das Immunsystem durch Viren bereits geschwächt ist, haben andere Erreger leichtes Spiel und es kann zu einer Superinfektion kommen. Hierbei befallen Bakterien – beispielsweise Streptokokken, Staphylokokken oder Pneumokokken – die schon durch Viren angegriffene Schleimhaut. Eine anschließende Abwehrreaktion des Körpers führt zu der Entzündung der lymphatischen Seitenstränge, die seitlich im hinteren Rachen verlaufen.

Betroffene Patientinnen klagen dann über:

Gerade in der Schwangerschaft fragen sich viele Frauen, wie sie die belastenden Symptome der Seitenstrangangina am besten lindern können, ohne ihrem Kind zu schaden.

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Sind Hausmittel besser als Medikamente?

Wer in der Schwangerschaft an einer Seitenstrangangina erkrankt ist, sollte eines bedenken: Medikamente, die eingenommen werden, gelangen über die Nabelschnur in den kindlichen Blutkreislauf. Je nach Wirkstoff kann dies unter Umständen schwere Folgen für die Entwicklung des Babys haben. Daher ist es äußerst wichtig, jede Behandlung mit dem betreuenden Frauenarzt abzusprechen — er kann Ihnen geeignete Medikamente empfehlen. Da eine Seitenstrangangina in der Regel von alleine abheilt, ist es sinnvoll, in der Schwangerschaft erst einmal zu Hausmitteln zu greifen, um die Begleiterscheinungen zu reduzieren.

In Frage kommen beispielsweise:

  • Kräutertees: Die Wärme eines Tees wirkt schmerzlindernd und beruhigend auf die gereizte Rachenschleimhaut. Geeignet sind bei einer Seitenstrangangina in der Schwangerschaft vor allem Kamillen-, Thymian- und Salbeitee.
  • Wadenwickel: Sie dienen der Fiebersenkung und werden für gewöhnlich ab einer Temperatur von 38,5 bis 39 Grad Celsius angewendet. Die Wickel sollten etwa ein bis fünf Grad unter der Körpertemperatur der Fiebernden liegen.2
  • Halswickel: Warme und kalte Halswickel beruhigen den schmerzenden Hals. Ein in kaltes oder körperwarmes Wasser getauchtes Baumwolltuch wird um den Hals gelegt und mit einem trockenen Tuch sowie einem Schal abgedeckt. Der Wickel kann so lange am Körper verbleiben, wie er als angenehm empfunden wird.

Gönnen Sie Ihrem Körper ausreichend Ruhe — der Organismus kann sich im Schlaf am besten regenerieren. Zudem sollten Sie bei Fieber unbedingt auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten. Als Faustregel gilt:

Trinken Sie für jedes Grad über 37 Grad Celsius etwa 500 Milliliter Wasser zusätzlich zur normalen täglichen Menge von 1,5 Litern.3

Husten bei einer Seitenstrangangina in der Schwangerschaft

Häufig kommt es aufgrund der gereizten Rachenschleimhaut bei einer Seitenstrangangina zu Husten. Viele schwangere Frauen befürchten, dass die ruckartigen Erschütterungen dem Baby im Mutterleib schaden könnten — dies ist jedoch nicht der Fall. Dank des Fruchtwassers und der mütterlichen Bauchmuskulatur wird der beim Hustenstoß entstehende Druck problemlos ausgeglichen.

Fazit: Die Bedeutung der Seitenstrangangina für die Schwangerschaft

Die Seitenstrangangina selbst ist für das Ungeborene in der Regel völlig ungefährlich. Lediglich das Auftreten von hohem Fieber kann für den kindlichen Organismus belastend sein. Ab einer Temperatur von 38,5 Grad Celsius sollten fiebersenkende Medikamente zum Einsatz kommen4. Ihr Gynäkologe empfiehlt Ihnen gerne ein unbedenkliches Präparat.

In der Regel kann eine Seitenstrangangina während der Schwangerschaft jedoch allein mit Bettruhe und Hausmitteln auskuriert werden. Letztere stellen für das Kind im Mutterleib in den meisten Fällen kein Problem dar. Trotz allem ist der Rat eines Arztes oder Heilpraktikers vor der Anwendung angeraten. Einige Kräuter – wie beispielsweise Anis oder Fenchel — können in großen Mengen die Gebärmutter stimulieren und so zu frühzeitigen Wehentätigkeiten führen. Als Küchengewürze und Tees sind sie in der Regel jedoch unbedenklich. Auch von einem wohltuenden heißen Erkältungsbad wird in der Schwangerschaft abgeraten. Temperaturen von über 38,5 Grad Celsius wirken belastend auf den Kreislauf und können ebenfalls das Risiko für vorzeitige Wehen erhöhen. Bäder bei bis zu etwa 38 Grad Celsius gelten jedoch als unproblematisch.5

Wenn Sie zu Medikamenten aus der Apotheke greifen, sollten Sie beachten, dass einige Mittel — wie beispielsweise Hustensäfte – häufig Alkohol enthalten. Fragen Sie vorher bei Ihrem Apotheker nach, welche Mittel geeignet sind.

Jana Welsner
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Medizinredakteurin und Lebensmitteltechnologin