Wie entsteht eigentlich Schnupfen?

12. Juni 2018
7 Min.

Fast jeder kennt ihn, aber nahezu niemand kann ihn leiden: den Schnupfen (Rhinitis). Viele verschiedene Ursachen sorgen dafür, dass sich Sekret in der Nase bildet und die Nasenschleimhäute anschwellen. Die Folgen davon wirken sich nicht nur auf den Allgemeinzustand, sondern auch auf das Schlafverhalten und den Geschmackssinn aus — für viele Menschen eine große Belastung. Aber wie entsteht der Schnupfen überhaupt?

Ursachen von Schnupfen: Frau putzt sich die Nase

Woher kommt Schnupfen? Die Ursachen

Warum die Nase anfängt zu laufen, kann verschiedene Gründe haben. In der Regel entsteht ein Symptom wie Schnupfen aber aus einer klassischen Erkältung heraus. Sie tritt typischerweise gerne dann auf, wenn das Immunsystem geschwächt ist, beispielsweise durch psychischen Stress oder einen Mangel an Nährstoffen.

Die Erkältung tritt vor allem aufgrund von Viren (überwiegend Rhinoviren) auf, die per Tröpfcheninfektion über die Luft (beispielsweise Husten) oder durch direkten Kontakt mit erkrankten Personen beziehungsweise kontaminierten Gegenständen übertragen werden können. Sind die Erreger erst einmal in der Nase angelangt, setzen sie sich dort fest. Sobald es zu einer Infektion oder Reizung der Nasenschleimhaut kommt, versucht der Körper die Auslöser möglichst schnell zu entfernen.

Dies geschieht, indem er die verantwortlichen Zellen (Becherzellen) der Schleimhaut zur Sekretproduktion anregt – die Nase beginnt zu laufen. Zunächst meist mit einem wässrigen, klaren Sekret, dass sich dann nach etwa drei bis vier Tagen zu gelblich-eitrigem Schleim wandelt.1 Der Geruchssinn und die Nasenatmung sind ab diesem Zeitpunkt in der Regel stark eingeschränkt.

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Neben einer Erkältung können weitere Ursachen für Schnupfen sein:

  • Fremdkörper in der Nase: Gerade Kinder stecken sich gerne Gegenstände wie Nüsse oder Murmeln in die Nase. Bleiben diese unentdeckt, kommt es aufgrund der körpereigenen Abwehr zur Sekretbildung.
  • Hormonelle Veränderungen: Vor allem in der Schwangerschaft und Pubertät kann ein Ungleichgewicht der Hormone für Schnupfen sorgen.
  • Reizstoffe: Desinfektionsmittel, Staub oder Lacke am Arbeitsplatz sind Beispiele für Reizstoffe, die zu einer Strapazierung der Nasenschleimhaut führen können – die Folge: eine laufende Nase.
  • Allergien: Verschiedene Stoffe, wie beispielsweise Pollen, können zu einer Immunreaktion des Körpers und damit zu Schnupfen führen.

Ist der Aufbau der Nase durch anatomische Unregelmäßigkeiten – zum Beispiel eine Verkrümmung der Nasenscheidewand – verändert, kommt es oft zu Engstellen, in denen sich Viren und Bakterien anlagern. Die Folgen können ständig wiederkehrende Entzündungen der Nasenschleimhäute als Ursache für Schnupfen sein.

Wie entsteht allergischer Schnupfen?

Der allergische Schnupfen entsteht aufgrund einer Überempfindlichkeit gegen Substanzen wie beispielsweise:

  • Blütenpollen
  • Hausstaub
  • Tierhaare
  • Pilzsporen

Das Immunsystem ordnet diese sogenannten Allergene als potentiell gefährlich ein und löst eine Abwehrreaktion aus. Hierbei kommt es zur Freisetzung von Botenstoffen, die zu einer Entzündung der Nasenschleimhaut führen und für Schwellung und Sekretproduktion sorgen. Der allergische Schnupfen kann – soweit möglich – durch die Vermeidung der auslösenden Ursachen oder mit antiallergischen Mitteln therapiert werden.

Die Funktion der Nase

Woher kommt Schnupfen? Um diese Frage zu beantworten, muss der Aufbau der Nase genauer betrachtet werden. Zu den äußeren und sichtbaren Anteilen gehören Nasenlöcher, -flügel, -rücken und -spitze. Der wesentlich größere Teil ist jedoch die innenliegende Nasenhöhle. Sie befindet sich als Kanal über dem Gaumen und wird durch die Nasenscheidewand in zwei Hälften unterteilt, die von innen mit einer Schleimhaut (Flimmerepithel) überzogen sind. Das Epithel besitzt kleine Härchen (Flimmerhärchen), die rhythmisch Richtung Rachen schlagen und damit Fremdstoffe abtransportieren. Außerdem erfolgt hier die Erwärmung, Vorreinigung und Anfeuchtung der eingeatmeten Luft.2

  • Reinigung: Dringen beispielsweise Staubteilchen, Viren oder Bakterien in die Nase ein, werden sie von der Schleimhaut abgefangen und mit Hilfe der Flimmerhärchen bis zum Rachen transportiert und verschluckt. Die Fremdkörper gelangen in den Magen, wo die Magensäure sie dann unschädlich macht. Da Bakterien, aber vor allem Viren eine Ursache für Schnupfen sein können, ist diese Funktion der Nase besonders wichtig.
  • Anfeuchtung und Erwärmung: Im Flimmerepithel sind sogenannte Becherzellen eingelagert. Diese produzieren ein Sekret, welches das Epithel bedeckt und die vorüberstreichende Atemluft befeuchtet. Gleichzeitig wird die Temperatur der Luft der des Körpers angepasst und so besser in die Lunge aufgenommen. Der Grund: Zu kalte oder trockene Atemluft behindert den Ein- und Ausatemprozess.

Bei einer Beeinträchtigung dieser Funktionen durch äußere Einflussfaktoren wie beispielsweise zu trockene Raumluft, entsteht Schnupfen schneller als gewöhnlich. Je trockener die Nase, desto schlechter kann die Schleimhaut arbeiten. Erreger werden nicht mehr abtransportiert und es kommt zur vermehrten Schleimbildung – dem Schnupfen.

Wie Kopf- und Kieferschmerzen bei Schnupfen entstehen

Um zu verstehen, woher der Kopf- und Kieferschmerz bei Schnupfen kommt, müssen die Nasennebenhöhlen genauer betrachtet werden. Zu ihnen gehören

  • Stirnhöhlen,
  • Kieferhöhlen,
  • Siebbeinzellen und
  • Keilbeinhöhlen.

Diese luftgefüllten Hohlräume des Schädels stehen in enger Verbindung mit der Nase und dienen unter anderem der Erwärmung von Atemluft. Eine Entzündung der Nasenschleimhaut kann sich über die Verbindungskanäle auf die Nebenhöhlen übertragen und auch dort für eine vermehrte Sekretproduktion sorgen. Je stärker die Schleimhäute der Nase und der Verbindungsgänge geschwollen sind, desto schlechter fließt das Sekret aus den Höhlen wieder ab und es kommt zu einem Stau. Der Druck, der durch den Schleim in den Hohlräumen entsteht, führt zu intensiven Schmerzen im Kopf- und Kieferbereich: Eine Nasennebenhöhlenentzündung ist entstanden.

Bei einem normalen Verlauf, ohne Beteiligung der Nebenhöhlen, ist der Schnupfen jedoch meistens genauso schnell wieder abgeklungen wie er entsteht. Im Durchschnitt dauert die Rhinitis mit und ohne Behandlung etwa sieben bis neun Tage.3

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