Wohltuend: Halswickel bei Halsschmerzen

28. Oktober 2017
8 Min.

Halswickel sind bei Halsschmerzen ein bewährtes Hausmittel. Ihre Wirkung erzielen sie über den Temperaturunterschied zwischen Körper und Wickel. Je nach Wohlbefinden können warme oder kalte Halswickel die Halsschmerzen lindern. Dabei sollten jedoch einige wichtige Dinge beachtet werden.

Mann trägt Schal als Halswickel

Wogegen hilft der Halswickel?

Wickel werden in verschiedenen Varianten eingesetzt: Wadenwickel helfen gegen Fieber, Brustwickel bei Husten und Halswickel bei Halsschmerzen und Heiserkeit, um nur einige Beispiele zu nennen. Bei folgenden Erkrankungen und Beschwerden des Halses können Halswickel helfen:

  • Halsschmerzen
  • Heiserkeit und überlastete Stimmbänder
  • Schluckbeschwerden
  • Kehlkopfentzündung
  • Nasennebenhöhlenentzündung
  • Grippe und Erkältung
  • geschwollene Lymphknoten
Halswickel gegen diese Beschwerden können warm oder kalt aufgelegt und mit Zugaben wie Kartoffeln oder Quark ergänzt werden.

Welche Tücher für den Halswickel?

Alle Wickel sind nach dem gleichen Prinzip aufgebaut: Die Innenlage wird mit entsprechend warmem oder kaltem Wasser getränkt. Darüber kommen eine trockene Mittellage und abschließend die äußere Lage. Am besten verwenden Sie nur Tücher aus Naturfasern wie Leinen, Baumwolle oder Wolle. Diese sind im Gegensatz zu synthetischen Stoffen feuchtigkeits- und luftdurchlässig.

Für die innere Lage eignen sich unter anderem:

  • ein sauberes Geschirrtuch oder ein Handtuch (für kühle Halswickel)
  • ein Flanelltuch (für warme Halswickel), zum Beispiel aus einem alten Flanellhemd oder Flanellbettlaken
Auch ein Frotteehandtuch hält Wärme besonders lange: Verwenden Sie dieses einfach für die mittlere Lage, wenn Sie einen warmen Halswickel anlegen. Ein Wolltuch oder ein Schal sind für die äußere Lage eines Halswickels gut geeignet. Folie oder anderes wasserundurchlässiges Material sollten Sie dagegen nicht verwenden, da die Gefahr eines Hitzestaus besteht.

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Wie wirken kalte Halswickel bei Halsschmerzen?

Auch wenn es komisch klingt: Kalte Wickel können nicht nur dabei helfen, den Körper zu kühlen, sondern auch dabei, ihn zu wärmen. Welcher Effekt mit einem kalten Wickel genau erzielt wird, hängt davon ab, wie viel Wasser enthalten ist.

Gut zu wissen: Ein Wickel, dessen innere Lage noch sehr viel Feuchtigkeit enthält, entzieht dem Körper Wärme. Man spricht daher auch von einem kalten, wärmeentziehenden Wickel. Er kann entzündungshemmend und abschwellend wirken. Die klassische Anwendung ist der Wadenwickel, um Fieber zu senken.
Als Halswickel kommt der wärmeentziehende kalte Wickel eher selten zum Einsatz, beispielsweise wenn es bei einer Halsentzündung zu Atemnot kommt, weil in der Luftröhre oder im Rachenraum akute Schwellungen auftreten. Auch bei starken Schluckbeschwerden oder einer chronischen Halsentzündung ist dieser Wickel gut geeignet.

Unser Tipp: Immer dann, wenn der Patient kalte Getränke als wohltuend empfindet, ist ein wärmeentziehender, kalter Wickel sinnvoll. Kalte Wickel sollten allerdings niemals auf kalten Körperstellen angewendet werden.

Wärmende Halswickel bei längerer Erkrankung

Wird die Innenlage eines kalten Wickels gut ausgewrungen, ist der Effekt des Halswickels erwärmend. Die Kühle regt am Hals die Durchblutung an und aktiviert dadurch die Selbstheilungskräfte des Körpers. Dieser sogenannte wärmeerzeugende kalte Wickel wird mindestens eine halbe Stunde lang angelegt, oft sogar über mehrere Stunden hinweg.

Halswickel mit warmem oder kaltem Wasser?

Wickel mit warmem Wasser oder wärmenden Zutaten sind die Alternative zum wärmeerzeugenden kalten Wickel. Sie sollten immer dann angewendet werden, wenn der Patient friert oder unter Schüttelfrost leidet. Auch wenn der kalte Wickel als unangenehm empfunden wird, ist ein Wickel mit warmem Wasser die bessere Wahl.
Warme Wickel fördern ebenfalls die Durchblutung und haben somit einen wärmenden Effekt. Einen wärmenden Halswickel (egal ob kalt oder warm) wendet man bei Halsschmerzen oder Halsentzündungen an, die bereits etwas länger andauern. Sie sollen die Entzündung vermindern und außerdem festsitzenden Schleim im Hals- und Rachenbereich lösen.

Wie legt man einen Halswickel bei Halsschmerzen richtig an?

Ein Halswickel bei Halsschmerzen ist einfach angelegt, wenn man etwas Übung hat. Bereiten Sie den Wickel immer frisch zu und beachten Sie diese Hinweise:

  • Das Innentuch wird je nach Anwendungsart in warmes oder kaltes Wasser getaucht. Bei einem kalten Wickel sollte die Temperatur etwa 14° C bis 18° C betragen.
  • Für einen wärmeentziehenden kalten Wickel lassen Sie relativ viel Feuchtigkeit im Tuch. Hingegen wird bei einem wärmeerzeugenden kalten Wickel das innere Tuch gut ausgewrungen.
  • Für einen warmen Halswickel ist eine Temperatur von etwa 40 bis 45 Grad optimal. Die Temperatur sollte mit einem Thermometer überprüft werden, denn bei höheren Temperaturen kann es zu Verbrennungen der empfindlichen Haut kommen.

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Es reicht, wenn die Innenlage den vorderen und seitlichen Teil des Halses bedeckt. Der Nacken kann frei bleiben. Das Tuch wird auf den Hals des Erkrankten gelegt; dann wickeln Sie erst die Mittellage darüber, abschließend den Wollschal. Achten Sie darauf, dass der Wickel stets glatt und faltenfrei anliegt, damit es nicht zu einer ungewollten Auskühlung kommt. Der Patient sollte während der Anwendung eines Halswickels möglichst Bettruhe wahren.

Und wie lange bliebt der Halswickel an Ort und Stelle? Ganz einfach: Einen kalten Wickel nimmt man ab, wenn die kühlende Wirkung nachlässt. Einen wärmenden Wickel sollten Betroffene mindestens eine halbe Stunde lang anlegen, er kann jedoch auch länger getragen werden, solange die Wärmewirkung anhält.

Kartoffelwickel, Quark & Co: Zusätze für Halswickel

Quarkwickel

Quark kann sowohl bei einem warmen als auch bei einem kalten Halswickel bei Halsschmerzen verwendet werden. Kalter Quark hilft, die Wärme zu entziehen. Sie können den Quark jedoch auch im Wasserbad oder auf der Heizung erhitzen und damit die wärmende Wirkung eines warmen Wickels unterstützen. Die Innenlage einfach fingerdick mit dem Quark bestreichen und direkt auf den Hals legen. Der Wickel wird entfernt, wenn der Quark ausgetrocknet ist.

Kartoffelwickel

Der Kartoffelwickel ist ein altes Hausmittel bei Heiserkeit und Halsschmerzen. Er unterstützt die Schleimlösung und hält die Wärme besonders lange am Hals. Für einen Kartoffelwickel legen Sie einfach gekochte und zerstampfte Kartoffeln auf die Innenlage und schlagen das Tuch darüber ein.

Zwiebelwickel

Ein Zwiebelwickel ist besonders hilfreich bei einer Ohrenentzündung, kann aber auch als Halswickel bei Halsschmerzen angelegt werden. Ähnlich wie die Kartoffel fördert die Zwiebel die Durchblutung, wirkt keimabtötend und unterstützt die wärmende Wirkung. Für einen Zwiebelwickel zerhacken Sie eine Zwiebel und wärmen sie – beispielsweise in einem Tuch eingeschlagen – in Wasserdampf. Danach wird das Tuch mit der Zwiebel auf den Hals aufgelegt.

Wickel mit Kamillentee

Warme Wickel können auch in Kamillentee statt Wasser getränkt werden. Der Kamillentee hat zusätzlich eine beruhigende Wirkung.

Egal ob mit oder ohne Zutat – die wichtigste Regel für Halswickel bei Halsschmerzen lautet: Vermeiden Sie Hektik. Ein Halswickel ist nichts, was „nebenbei“ angewendet werden sollte. Ein Teil seiner Wirkung basiert nämlich auch darauf, dass er dem Patienten Entspannung ermöglicht und die Muskulatur lockert. Nehmen Sie sich deswegen in jedem Fall ausreichend Zeit.
Barbara Ward
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Freiberufliche Redakteurin
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