Was eignet sich zur Bronchitis-Behandlung?

23. August 2018
8 Min.

In den meisten Fällen klingen die Beschwerden einer Bronchitis – schmerzhafter Husten, rasselnder Atem und ein mit Schleim verstopfter Hals – ohne spezielle Behandlung innerhalb von wenigen Tagen ab,1 dennoch bringt der Besuch bei Ihrem Hausarzt meist Klarheit über die Frage, ob eine virale oder bakterielle Infektion vorliegt. Er kann dementsprechend die Behandlung anpassen und Ihnen Medikamente gegen die gängigen Symptome einer Bronchitis mit an die Hand geben, die die Heilung beschleunigen. Zudem sind einige Hausmittel bekannt, mit denen Sie Ihrem Körper bei einer kräftezerrenden Bronchitis Gutes tun können.

Vor der Behandlung: Wie wird eine Bronchitis diagnostiziert?

Frau mit Bronchitis hält sich die Hand auf die Brust und hustet

Der behandelnde Arzt wird für die Diagnose und Behandlung einer Bronchitis im Rahmen der Anamnese nach den Beschwerden des Patienten fragen. Im Anschluss daran erfolgt das Abhören der Lunge, um mögliche Atemgeräusche wie Pfeifen und Rasseln abzuklären. Liegt eine besonders starke Infektion vor, die den Erkrankten sehr beeinträchtigt, wird über eine Blutuntersuchung ermittelt, ob die Bronchitis viral oder bakteriell bedingt ist. Dem hartnäckigen Gerücht, es ließe sich anhand der Farbe des Auswurfs beim Husten eine Zuordnung bestimmen, sei an dieser Stelle widersprochen. Zur Untersuchung gehört auch die Betrachtung des Hals-Nasen-Ohren-Bereichs und das Abtasten der Lymphknoten, um zu prüfen, ob sie durch die Erkrankung angeschwollen sind.

Zunächst einmal muss eine Unterscheidung zwischen einer akuten und einer chronischen Bronchitis vorgenommen werden, denn dies hat auch Auswirkungen auf die Behandlung. Bei einer schnellen Entwicklung der Krankheit mit kurzer Symptomdauer, wird von der akuten Bronchitis gesprochen. Hält sich eine Bronchitis hartnäckig länger als drei Monate am Stück und kehrt sie jährlich oder noch häufiger wieder, ist die Entzündung chronischer Art.

Zur chronischen Form kann es kommen, wenn eine akute Bronchitis nicht gut auskuriert wurde oder der Patient einer dauernden Belastung mit Schadstoffen wie Zigarettenrauch, Abgasen, Chemikalien oder Staub ausgesetzt ist. Damit ist die akute Bronchitis eine durch Infektion bedingte Erkrankung, während bei der chronischen eine Art Dauerbelastung zu einer Entzündung der Bronchien geführt hat, die nicht ansteckend ist. Dies rechtfertigt eine getrennte Betrachtung der Bronchitis-Behandlung je nach Ausprägung der Krankheit.

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Behandlung einer akuten Bronchitis

In den meisten Fällen klingen die Beschwerden einer akuten Bronchitis innerhalb von sieben bis zehn Tagen ab.2 Medikamente zur Behandlung der Symptome können unterstützend eingenommen werden. Während bei einer akuten Bronchitis durch Viren ein Antibiotikum unwirksam bleibt, kann Ihnen Ihr Arzt ein solches Medikament zur Behandlung einer schwereren bakteriellen Infektion verschreiben. Schleimlösende Medikamente helfen dabei, zähes Bronchialsekret, das in der späteren Phase der akuten Bronchitis produziert wird, zu verflüssigen. Hustensäfte sowie Lutschtabletten mildern die Schmerzen im Hals und den Hustenreiz.

Es empfiehlt sich, auf das Rauchen und extreme körperliche Anstrengung wie Sport zu verzichten, damit der Husten abklingen kann. Um die Ausbreitung der Infektion und die eigene Ansteckung mit weiteren Krankheitserregern zu verhindern, sollten Menschenmengen gemieden und die Hände regelmäßig gewaschen werden.

Es ist zudem sehr wichtig, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen. Normal sollten gesunde Erwachsene etwa eineinhalb Liter Wasser am Tag3 trinken, doch im Krankheitsfall und vor allem bei Fieber braucht der Körper noch mehr Flüssigkeit. Außerdem ist für ausreichend Luftfeuchtigkeit zu sorgen, indem Sie in regelmäßigen Abständen lüften, Luftbefeuchter aufstellen und möglichst Klimaanlagenluft meiden. Ansonsten trocknet die Schleimhaut der Bronchien zunehmend aus und wird so noch anfälliger für Bakterien und Viren.

Auch Hausmittel haben sich gegen akute Bronchitis bewährt. Besonders wohltuend sind Inhalationen oder Erkältungsbäder mit Thymian, Kamille oder Eukalyptus. Das Salzwassergurgeln hat eine desinfizierende Funktion. Halswickel bringen zusätzlich Erleichterung, wobei hier kalte wie warme angewendet werden können, je nach eigenem Wohlbefinden. Durch die Kühlung werden vor allem der Hustenreiz und akute Halsschmerzen gelindert. Eine Möglichkeit von innen zu kühlen, wäre das Lutschen von Eiswürfeln. Wärmetransporter wie lauwarme Kartoffeln oder Quark speichern Wärme lange und wirken gegen die Entzündung.

Ingwer und Hühnerbrühe: Schmackhafte Hausmittel gegen Bronchitis

Ingwer ist wegen seiner ätherischen Öle sehr gut bei Halsschmerzen und Husten geeignet, sei es als Tee oder als Brustwickel. Die scharfe Knolle löst festsitzenden Schleim und hat eine entzündungshemmende und wohltuende Wirkung. Auch die klassische Hühnersuppe bewährt sich hier als Heilmittel. Genauso wie Tee wärmt sie von innen und stärkt das Immunsystem. Die darin enthaltenden Vitamine A und E unterstützen den Heilungsprozess. Cystein ist eine proteinogene ("Proteine erzeugende") Aminosäure aus dem Hühnerfleisch, die für das Immunsystem sowie für die Atemwege förderlich ist. Zudem beruhigt sie die gereizten Schleimhäute und stärkt mit Zink die Abwehrkräfte. Hühnersuppe ist also eine beliebte Mahlzeit und ein bewährtes Hausmittel bei Bronchitis, vor allem auch bei denjenigen, die schmerzbedingt Schwierigkeiten mit dem Essen haben.

Behandlung einer chronischen Bronchitis

Liegt hingegen eine chronische Bronchitis vor, sollten Patienten zusätzliche Schädigungen und Belastungen vermeiden. Zu den inhalativen Schadstoffen gehören zum Beispiel Zigarettenrauch, Abgase und Staub. Medikamente, die die Bronchien weiten und schleimlösend wirken, erleichtern das Atmen und das Abhusten des sich bei Bronchitis immer wieder bildenden Sekrets. Zusätzlich empfehlen sich die Teilnahme an Patientenschulungen und Physiotherapie zur Bronchialpflege.

Um den Funktionserhalt der Lunge weiterhin zu gewährleisten und dort den Muskelabbau zu verhindern, sollte auch bei einer chronischen Bronchitis nicht auf maßvolle Bewegung verzichtet werden. Patienten mit einer chronischen Bronchitis schützen sich besser zusätzlich mit einer Impfung gegen Pneumokoken, die Auslöser einer Lungenentzündung sein können. Des Weiteren sind Bronchitis-Patienten besonders anfällig für die „echte“ Virusgrippe (Influenza) und sollten sich daher auch gegen diese impfen lassen.

Damit es erst gar keine Behandlung braucht: einer Bronchitis vorbeugen

Grundsätzlich lässt sich mit einer gesunden Lebensführung und Ernährung sowie mit ausreichender Bewegung das Immunsystem stärken und Infektionskrankheiten wie eine akute Bronchitis werden vermieden oder abgemildert. Zudem können Sie Ihren Körper und vor allem die Lunge unterstützen, indem Sie auf Ihren Flüssigkeitshaushalt und soweit wie möglich auf angenehme Luftfeuchte achten. Damit Sie weiterhin befreit durchatmen können!

Carolin Stollberg
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Medizinredakteurin