Häufige Fragen zum Impfen bei Erkältung: 

Kann ich mich trotz Erkältung impfen lassen?

Wenn Sie lediglich an einer leichten Erkältung ohne Fieber (unter 38,5 Grad Celsius) leiden, steht einer Impfung in der Regel nichts im Wege.1 Das Immunsystem ist in der Lage, mehrere „Infektionsherde“ gleichzeitig zu händeln. Die endgültige Entscheidung liegt allerdings beim impfenden Arzt.

Wie lange sollte nach einer Erkältung mit dem Impfen gewartet werden?

Bei einem leichten grippalen Infekt müssen Sie nicht warten, bis die Erkältungssymptome abgeklungen sind. Anders sieht es aus, wenn es sich beispielsweise um einen akuten Infekt mit Fieber (ab 38,5 Grad Celsius) handelt.1 Dann sollten Sie warten, bis Sie vollständig genesen sind.

Darf ich Schmerzmittel vor der Impfung einnehmen?

Von einer Medikamenteneinnahme vor, während oder direkt nach der Impfung ist abzuraten. Es besteht der Verdacht, dass Schmerzmittel die natürliche Impfreaktion unterdrücken und so zu einem verminderten Impfschutz führen. Sollte es notwendig sein, sollten Medikamente – nach Rücksprache mit dem impfenden Arzt – frühestens sechs Stunden nach der Injektion eingenommen werden.5

Husten, Schnupfen & Co.: Darf ich erkältet zum Impftermin?


Wer an einer Erkältung (grippaler Infekt) erkrankt, muss den anstehenden Impftermin nicht unbedingt verschieben. Handelt es sich lediglich um einen banalen Infekt mit wenig ausgeprägten Symptomen wie einem leichten Schnupfen oder Husten, ist es möglich, den schützenden Impfstoff zu erhalten.  

Es sind nur wenige Gründe (Kontraindikationen) bekannt, weshalb die Injektion nicht durchgeführt werden sollte: Wer an einer akuten Erkrankung mit Fieber (über 38,5 Grad Celsius) leidet, sollte erst nach seiner Genesung geimpft werden. Ansonsten ist das körpereigene Abwehrsystem darauf ausgelegt, mehrere „Aufgaben“ gleichzeitig zu bewerkstelligen.

Krank zur Coronaimpfung?

Auch gegen COVID-19 können Sie sich trotz Krankheitssymptomen impfen lassen, sofern es sich um einen banalen Infekt handelt. Auch den Termin zur Grippeimpfung müssen Sie bei leichten Erkältungssymptomen nicht verschieben. Bei Unsicherheit fragen Sie am besten den impfenden Arzt.

Mein Kind ist erkältet — was ist beim Impfen zu beachten?


Eigentlich sollten Kinder zum Zeitpunkt der Impfung gesund sein, um den Aufbau eines optimalen Impfschutzes gewährleisten zu können. Das ist aber vor allem bei kleinen Kindern gar nicht so einfach – sie erkranken im Durchschnitt sechs- bis zehnmal im Jahr an einem grippalen Infekt.2 Sollten Eltern demnach den Impftermin verschieben, wenn die Kindernase trieft oder das Stimmchen rau ist? Nicht unbedingt.

Bei trivialen Symptomen oder einer leichten Erkältung besteht wie bei Erwachsenen kein Grund die Impfung zu verschieben. Sofern sich das Kind gut fühlt, ausreichend trinkt sowie isst und ein normales Verhalten zeigt, können Eltern den Impftermin in der Regel wahrnehmen. Wer sich unsicher ist, bespricht das weitere Vorgehen am besten mit dem behandelnden Kinder- und Jugendarzt. 

Zudem liegt es in der Verantwortung des impfenden Arztes, sicherzustellen, dass zum Zeitpunkt der Injektion keine schwere Infektion oder sonstige Erkrankung vorliegt. Je nach Krankheitsgeschichte und aktuellem Gesundheitszustand wird er deshalb vor der Spritzengabe eine mehr oder weniger ausführliche Untersuchung des kleinen Patienten durchführen. 

In folgenden Fällen ist es besser, die geplante Impfung bei Kindern zu verschieben beziehungsweise nur in enger Absprache mit dem Arzt durchzuführen: 

  • hohes Fieber (ab 39 Grad Celsius)3 
  • schwere Infektion wie Windpocken oder Grippe (Influenza) 
  • zeitnah geplante oder kürzlich durchgeführte Operation  
  • Einnahme von Immunsuppressiva (Medikamente, die das Abwehrsystem schwächen), zum Beispiel bei Autoimmunerkrankungen oder nach einer Organtransplantation 
  • bereits geschwächtes Immunsystem, beispielsweise bei Vorliegen einer chronisch entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn 

Impfen schützt: Grundimmunisierung ist für Kinder wichtig

Vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern ist es wichtig, die Grundimmunisierung gegen beispielsweise Masern, Windpocken oder Meningokokken frühzeitig zu beginnen und dem Alter entsprechend rechtzeitig abzuschließen. So sinkt das Risiko, sich mit einer schwerwiegenden Erkrankung zu infizieren und zu erkranken.

Erkältungsschmerzen: Sind Medikamente vor der Impfung erlaubt?


Bei leichten Erkältungssymptomen liegt der Gedanke nahe, rezeptfreie Schmerzmittel wie Paracetamol, Acetylsalicylsäure oder Ibuprofen einzunehmen. Manch ein Betroffener denkt womöglich auch daran, Medikamente vorsorglich einzunehmen, um impfbedingte Nebenwirkungen wie Fieber oder Kopfschmerzen zu mindern.

In beiden Fällen ist jedoch davon abzuraten, vor oder während einer Impfung Schmerzmittel einzunehmen. Es wird angenommen, dass die eingenommenen Medikamente die natürliche Impfreaktion (zum Beispiel Fieber) unterdrücken und so zu einem verminderten Impfschutz führen können.4 

Sollte es nach der Impfung zu Nebenwirkungen kommen, die den Zustand des Patienten stark beeinträchtigen, ist es möglich, Schmerzmedikamente einzunehmen. Allerdings nicht direkt nach der Injektion, sondern frühestens nach sechs Stunden, wenn die primären immunisierenden Prozesse abgelaufen sind.5 

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Tanja Albert Von der Schülerzeitung übers Journalismus-Studium in die Online-Redaktion von kanyo® - Tanja Albert hat das Schreibfieber gepackt. Gemischt mit ihrem Interesse für Ernährungs- und Gesundheitsthemen stürzt sie sich Tag für Tag in die medizinische Recherche - und bringt das Ganze auch in die Sozialen Netzwerke, nämlich als Social Media Managerin. Tanja Albert Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
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