Tracheobronchitis: Entzündung von Luftröhre und Bronchien

Als Tracheobronchitis wird eine kombinierte Infektion der Trachea (Luftröhre) und der Bronchien (Luftwege der Lunge) bezeichnet. Sie ist eine der häufigsten Atemwegserkrankungen und tritt in vielen Fällen im Zusammenhang mit einer Erkältung auf. Lesen Sie mehr zu Dauer, Symptomen und Behandlung der Tracheobronchitis.

Typische Symptome der Tracheobronchitis

Junger Mann leidet unter einer Tracheobronchitis

Wer sich eine Tracheobronchitis eingefangen hat, leidet meist unter Symptomen, die ganz allgemein bei vielen viralen Infekten der Atemwege (zum Beispiel Rachenentzündungen) auftreten können. Dazu gehören unter anderem:

  • Schwäche und allgemeines Krankheitsgefühl
  • Husten, trocken oder produktiv (mit Schleim)
  • Kopf- und Gliederschmerzen
  • leichtes bis mäßiges Fieber (37,5 bis 38,5 Grad Celsius)1
  • Heiserkeit

Nicht selten ist der Tracheobronchitis auch ein grippaler Infekt mit Schnupfen und Halsschmerzen direkt vorausgegangen.

Dauer der Tracheobronchitis

Vom Kontakt mit den Erregern bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) vergehen rund ein bis drei Tage. Die akuten Symptome der Tracheobronchitis halten dann in der Regel für einen Zeitraum von fünf bis zehn Tagen an.

Bei einer chronischen Tracheobronchitis ist - je nach Ursache - auch eine deutlich längere Dauer von über zehn Tagen nicht ausgeschlossen.2

Wie kommt es zur Tracheobronchitis: Die Ursachen

In den meisten Fällen ist die akute Tracheobronchitis viral bedingt, das heißt, sie entsteht aufgrund einer Infektion, beispielsweise mit Grippe- oder Erkältungsviren.

Gerade in der kälteren Jahreszeit haben virale Infekte Hochsaison. Da sich Menschen in den Wintermonaten bevorzugt gemeinsam in warmen Räumen aufhalten und nicht immer auf regelmäßiges Lüften achten, können sich die Erreger problemlos verbreiten. Dies geschieht vor allem per Tröpfcheninfektion, also durch kleine infektiöse Partikel, die von Erkrankten beim Sprechen, Niesen oder Husten ausgeschieden werden.

Gelangen diese Partikel in die Atemwege eines noch gesunden Menschen, nisten sie sich dort ein und sorgen für die typischen Symptome einer Erkältung oder sogar Grippe. Bekannte Erreger sind unter anderem:

  • Rhinoviren
  • Coronaviren
  • Adenoviren
  • Influenzaviren
  • RS-Viren

Häufig verbreiten sich die Viren dann von der Nase oder dem Rachen ausgehend weiter hinunter in die tieferen Atemwege (Etagenwechsel) und verursachen dort Entzündungen. Sind Luftröhre und Bronchien gemeinsam betroffen, ist eine Tracheobronchitis entstanden.

Wesentlich seltener sind Bakterien (wie Chlamydien, Mykoplasmen oder Pneumokokken) oder äußere Einflüsse (wie Staub, Rauch oder andere Partikel in der Luft) für den Ausbruch der Erkrankung verantwortlich. Kommt es doch einmal vor, entsprechen die entstehenden Symptome denen einer viralen Tracheobronchitis.

Superinfektion

Eine Komplikation der Tracheobronchitis ist die sogenannte Superinfektion. Hierbei kommt es zusätzlich zur viral ausgelösten Entzündung zu einem Befall der Schleimhäute mit Bakterien, woraus schwerere Folgeerkrankungen wie beispielsweise eine Lungenentzündung entstehen können.

Diagnose und Behandlung der akuten Tracheobronchitis

Die Diagnose der akuten Tracheobronchitis erfolgt in der Regel klinisch. Das bedeutet, dass der Arzt die Erkrankung anhand der Beschwerden und ohne weitere Untersuchungsverfahren feststellt. In vielen Fällen bleibt die Tracheobronchitis allerdings unentdeckt, da die Symptome, die sie mit sich bringt, denen einer normalen Erkältung oder Grippe ähneln.

Eine akute Tracheobronchitis heilt für gewöhnlich von ganz alleine wieder vollständig ab. Jedoch können einige Hausmittel und Maßnahmen helfen, die Beschwerden zu lindern:

  • Regelmäßig und ausreichend trinken (etwa 1,5 Liter täglich)3. Bevorzugt Wasser oder ungesüßte Tees.
  • Körperwarme Quarkwickel anwenden. Dabei wird Speisequark auf Körpertemperatur erwärmt, auf ein Tuch gestrichen und über Hals und Brust gelegt.
  • Mit Zusatz von Kräutern oder Salz inhalieren. Kochsalzlösungen oder Kräutertinkturen, die zur Dampfinhalation geeignet sind, können beispielsweise in der Apotheke gekauft werden.

Da eine Entzündung der Bronchien im Rahmen der akuten Tracheobronchitis oft mit hartnäckiger Schleimbildung einhergeht, werden gelegentlich Husten- beziehungsweise Schleimlöser verschrieben, die den Körper dabei unterstützen, die Atemwege wieder zu befreien.

Bei trockenem Husten können auch Hustenblocker eingenommen werden, die das Hustenzentrum im Gehirn dämpfen und so den Hustenreiz unterdrücken.

Antibiotika

Antibiotika sind bei einer Infektion mit Viren in der Regel unwirksam. Sie werden daher nur dann verschrieben, wenn eine Superinfektion vorliegt oder die Auslöser der Tracheobronchitis erwiesenermaßen bakteriellen Ursprungs sind und sehr starke Symptome hervorrufen. Ein Anzeichen dafür kann eitriges Sputum (Auswurf) sein.

Bei einer chronischen Tracheobronchitis, beispielsweise aufgrund von Luftschadstoffen wie Tabakrauch, gilt es zunächst, diese zu beseitigen, um der Schleimhaut die Möglichkeit zu geben, sich selbst zu regenerieren. Gelingt dies nicht oder liegen andere Auslöser als Luftschadstoffe vor, ist es wichtig, mit dem behandelnden Arzt die nächsten, individuellen Therapieschritte zu besprechen.

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1SHI Homöopathische Praxis: Fieber. URL https://www.shi.ch/fileadmin/user_upload/Praktische_Tipps/Fieber.pdf (20.11.2018).
2Steffel, Jan/Lüscher, Thomas: Lunge und Atemwege. Berlin-Heidelberg: Springer-Verlag 2014. S.66.
3Deutsche Gesellschaft für Ernährung e.V.: Wasser. URL: https://www.dge.de/wissenschaft/referenzwerte/wasser/ (20.11.2018).