Verschleppte Erkältung: Mehr als Husten und Schnupfen

10. November 2011
9 Min.

Eine Erkältung (grippaler Infekt) gilt dann als verschleppt, wenn sie nicht richtig ausheilen konnte und sogenannte Folge- oder Begleiterkrankungen aus ihr entstehen. Diese können gering, aber auch schwer ausgeprägt sein und die Krankheitsdauer mitunter erheblich verlängern. Erfahren Sie hier mehr zu den Symptomen und Arten von Folgeerkrankungen.


Die verschleppte Erkältung im Überblick:


Symptome einer verschleppten Erkältung rechtzeitig erkennen

Eine banale Erkältung muss nicht zwangsläufig in einer schweren Folgeerkrankung enden. Die meisten grippalen Infekte sind harmlos und nach kurzer Zeit bereits ausgeheilt. Probleme entstehen durch eine Belastung des Organismus, bevor dieser die Erkältungsviren vollständig bekämpft hat. Beispielsweise, wenn erkrankte Personen zu früh wieder arbeiten gehen, Sport treiben oder aufgrund von familiären Umständen keine Zeit haben, sich vollständig auszukurieren. Folgende Symptome können darauf hindeuten, dass die Erkältung verschleppt wurde:

  • Schmerzhafter, quälender Husten
  • Atembeschwerden sowie rasselnde oder pfeifende Geräusche beim Atmen
  • hohes, langanhaltendes Fieber (über 38,9 Grad Celsius)1
  • Verlust der Stimme
  • eitrige Entzündungen im Rachen
  • starke Ohrenschmerzen
  • sehr schlechtes Allgemeinbefinden

Stellen die Betroffenen diese oder andere Symptome und Beschwerden fest, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Folgen einer verschleppten Erkältung können unter anderem eine Bronchitis sowie eine Entzündung der Lungen, des Mittelohrs, der Nasennebenhöhlen oder des Herzmuskels sein. Erkrankungen wie diese müssen häufig mit Medikamenten behandelt werden, um mögliche Komplikationen zu verhindern. Wer also an einer Erkältung leidet, sollte genau auf seine Beschwerden achten und bei Verschlimmerung der Symptome zu seinem Hausarzt gehen.



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Wie kommt es zu Folgeerkrankungen bei einer Erkältung?

Bei einer Erkältung dringen Viren in den Organismus des Menschen ein und vermehren sich mithilfe von Wirtszellen. Ist die Immunabwehr nicht in der Lage, sich gegen die Krankheitserreger zu wehren, entstehen einige Tage später erste Symptome wie Husten und Halsschmerzen.

Bakterien können Folgeerkrankungen bei einer Erkältung auslösen.

Anschließend kommt es darauf an, ob der Erkrankte seinem Organismus genügend Zeit zur Erholung und Bekämpfung der Viren gibt. Ist das Immunsystem durch die Erkältung zu geschwächt und wird zudem noch durch beispielsweise Sport belastet, vermag es gegen weitere Krankheitserreger in seinem Umfeld nichts mehr auszurichten. Möglich ist dann eine bakterielle oder virale Zweitinfektion, auch Superinfektion genannt. Der Erkrankte muss nun also mit zwei unterschiedlichen Infektionen kämpfen. Das Resultat der verschleppten Erkältung sind zum Teil schwere Folgeerkrankungen, welche die Krankheitsdauer um viele Wochen verlängern können.

Besonders gefährdet, sich im Verlauf der Erkältung eine Folgeerkrankung einzufangen, sind Menschen mit einer Immunschwäche beziehungsweise einem nicht ausgereiften Immunsystem, zum Beispiel

  • chronisch Kranke,
  • ältere Menschen und
  • Kinder.
Betroffene sollten bei starken Beschwerden unbedingt einen Arzt aufsuchen, damit er eine geeignete Behandlung einleiten kann.

Superinfektionen mit Bakterien können – im Gegensatz zu einer Infektion mit Viren – mit einem Antibiotikum behandelt werden. Dieses ist auf jeden Fall so lange einzunehmen, wie vom Arzt verschrieben – auch wenn die Beschwerden bereits nachgelassen haben. Andernfalls besteht die Gefahr, dass einige Bakterien überleben und unempfindlich gegenüber dem Medikament werden.

Wussten Sie schon?

Zeigt sich im Verlauf einer Erkältung gelblich-grünes Sekret in der Nase, ist das – entgegen der verbreiteten Meinung – kein sicheres Anzeichen für eine bakterielle Infektion. Bei der Färbung spielen vermutlich eher abgestorbene Immunzellen eine Rolle.

Verschleppte Erkältung: Bronchitis und Lungenentzündung

Bei einem grippalen Infekt ist Husten ein besonders häufiges Symptom. Wird die Erkältung verschleppt, können die Viren, die den Husten auslösen, bis hinab in die Bronchien (Luftwege in der Lunge) wandern — so entsteht eine Bronchitis. Sie geht oft einher mit:

Für gewöhnlich klingt die Bronchitis ganz von allein wieder ab. Treten starke Beschwerden auf, können beispielsweise Hustensäfte Linderung verschaffen.
In schwereren Fällen entzündet sich durch die eingewanderten Erreger auch das Lungengewebe und eine Lungenentzündung (Pneumonie) entsteht. Sie tritt vor allem im Rahmen einer Immunschwäche auf, also bei chronisch Kranken oder älteren Menschen. Zu ihren typischen Symptomen gehören:

  • Husten, oft schmerzhaft und quälend
  • schnelle, flache Atmung
  • hohes Fieber (über 38,9 Grad Celsius)1
  • Schüttelfrost

Ist es im Rahmen einer verschleppten Erkältung zu einer Lungenentzündung gekommen, muss diese in jedem Fall ärztlich behandelt werden.

Erkältung und Rachenentzündung:
Die Rachenentzündung wird auch Pharyngitis genannt und tritt oft im Zusammenhang mit einem grippalen Infekt auf. Dabei sorgen die Erkältungsviren dafür, dass sich die Schleimhaut im Bereich des Rachens entzündet — es kommt zu Halsschmerzen und Schluckbeschwerden. Weitet sich die Entzündung aus, können auch die Gaumenmandeln (Mandelentzündung) oder die Lymphbahnen der hinteren Rachenwand (Seitenstrangangina) betroffen sein.

Wie aus der verschleppten Erkältung eine Nasennebenhöhlenentzündung wird

Als Nasennebenhöhlen werden luftgefüllte Hohlräume im knöchernen Schädel bezeichnet, die direkt mit der Nase in Verbindung stehen. Aus diesem Grund können Erreger, die einen Erkältungsschnupfen ausgelöst haben, bis in die Nebenhöhlen wandern und dort zu einer Entzündung führen. Bei Betroffenen sorgt sie beispielsweise für:

  • Kopfschmerzen
  • Zahnschmerzen
  • andauernde Erschöpfung
  • Gesichtsschmerzen beim Vorneüberbeugen

Diese Krankheitszeichen entstehen durch einen Schutzreflex des Körpers. Beim Eindringen der Viren in die Nase, schwellen die Schleimhäute an und produzieren vermehrt Sekret — so sollen die Erreger aus den Nasengängen entfernt werden. Bei besonders starker Schwellung kann das Sekret jedoch nicht mehr abfließen und staut sich zurück in die Nasennebenhöhlen. Dort vermehren sich die Erreger weiter und sorgen für eine Entzündung.
Einige Menschen sind besonders anfällig für Nasennebenhöhlenentzündungen (Sinusitis), beispielsweise durch ein geschwächtes Immunsystem, Allergien oder eine anatomische Fehlbildung (wie eine verkrümmte Nasenscheidewand). Solche Patienten müssen besonders darauf achten, eine Erkältung nicht zu verschleppen und ihr sowie der Nasennebenhöhlenentzündung möglichst früh entgegenzuwirken.

Verschleppte Erkältung und Mittelohrentzündung

Bei einer Mittelohrentzündung (Otitis media) sind Erkältungsviren über die Ohrtrompete — eine Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum — ins Innere des Ohrs gelangt. Dort sorgen sie für eine Entzündung und starke Schmerzen. Besonders häufig betroffen sind Kinder, da bei ihnen die Ohrtrompete noch sehr kurz ist und die Erreger so leicht vom Rachen in das Ohr gelangen.

Herzmuskelentzündung als Folgeerkrankung einer Erkältung

Eine Herzmuskelentzündung (Myokarditis) ist eine schwere Komplikation, die im Verlauf einer verschleppten Erkältung auftreten kann. Meist entsteht sie, weil sich die Erkrankten nicht ausreichend geschont haben. Sport während einer Virusinfektion oder andere anstrengende Tätigkeiten können dazu führen, dass sich die Erreger auf den Herzmuskel ausbreiten und zu einer Entzündung führen.
In sehr vielen Fällen bleibt eine Herzmuskelentzündung als Folge einer verschleppten Erkältung zunächst unerkannt, denn sie geht in der Regel mit sehr allgemeinen Symptomen einher, die auch bei einer normalen Infektion nicht ungewöhnlich sind. Das sind zum Beispiel:

  • Müdigkeit
  • erhöhte Temperatur (etwa 37,5 bis 38,5 Grad Celsius)2
  • geringe Leistungsfähigkeit
  • schlechtes Allgemeinbefinden

Schon bevor zusätzliche Symptome wie Atemnot, Brustschmerzen oder ein unregelmäßiger Herzschlag hinzukommen, sollten Betroffene aufmerksam werden und zur Sicherheit einen Arzt aufsuchen. Die Diagnose einer Herzmuskelentzündung ist äußerst relevant, da sie zu einer Herzschwäche oder sogar einem Herzversagen führen kann. In erster Linie ist bei der Behandlung wichtig, dass sich Betroffene schonen, bis die Entzündung abgeheilt ist.

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1Internisten im Netz: Fieber. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/was-ist-fieber.html (24.09.2018)
2Zeller, Roland/Simmendinger, Brigitte, Fachärzte für Kinder- und Jugendmedizin: Fieber. URL: https://www.zeller-med.de/downloads/Fieber.pdf“(24.09.2018)
Jana Welsner
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Medizinredakteurin und Lebensmitteltechnologin