Immunschwäche – ständig erkältet?

7. Dezember 2011
6 Min.
Person desinfiziert seine Hände, um sich vor Immunschwäche zu schützen
Der Mensch kommt täglich mit Millionen verschiedenster Krankheitserreger in Kontakt. Dennoch leiden die meisten Menschen verhältnismäßig selten an einer Erkältung oder einem anderen Infekt. Das haben wir vor allem unserem Immunsystem zu verdanken. Es wehrt Erreger ab, bevor wir krank werden. Ist jemand ständig erkältet, kann das an einem geschwächten Immunsystem beziehungsweise einer Immunschwäche liegen.


- Anzeige -

algovir effekt

- Anzeige -

alogovir effekt

Das Immunsystem: Die körpereigene Abwehr

Zu den potenziellen Krankheitserregern gehören Viren wie etwa Erkältungsviren, Influenzaviren (die Erreger der Grippe) aber auch verschiedene Bakterien. Die Erreger befinden sich in der Luft, auf Gegenständen, im Essen und können auch von Mensch zu Mensch übertragen werden. Um die Krankheitskeime effektiv zu bekämpfen, besitzt der Körper einen eigenen Mechanismus – das Immunsystem. Zu dessen Aufgaben gehört es:

  • Krankheitserreger oder geschädigte Körperzellen zu erkennen und zu zerstören (Immunantwort)
  • Die Immunreaktion nach erfolgreicher Bekämpfung der Krankheitserreger zu beenden, damit nicht gesundes Körpergewebe angegriffen wird
  • Ein „Gedächtnis“ aufzubauen, damit bei einem erneuten Kontakt mit dem gleichen Erreger, eine schnellere, gezieltere Abwehr erfolgen kann
Arbeitet das Immunsystem normal, bekämpft es viele Erreger erfolgreich. Ist es aber geschwächt, kann dies dazu führen, dass jemand beispielsweise ständig erkältet ist.

Immunsystem fit?

Sind Sie Ständig erkältet oder haben Sie den Verdacht, unter einem geschwächten Immunsystem zu leiden? Unser Selbst-Test kann Aufschluss geben.

Stark geschwächtes Immunsystem: Die Immunschwäche

Die Immunschwäche ist ein Defekt des menschlichen Abwehrsystems, das auch als Immunmangelsyndrom bezeichnet wird. Dabei handelt es sich um eine Störung, die über ein zeitweise geschwächtes Immunsystem hinausgeht. Betroffene können eindringende Krankheitserreger schlechter bekämpfen und sind beispielsweise ständig erkältet. Neben häufigen grippalen Infekten leiden einige Menschen mit einem Immundefekt auch unter Autoimmunerkrankungen, bei denen das Immunsystem eigentlich gesunde Körperzellen angreift. Ebenso treten Allergien und bösartige Tumore öfter auf. Zur Behandlung einer Immunschwäche kann der Arzt in Erwägung ziehen, künstliche Abwehrkörper zu verabreichen. Oft finden sich Mischformen folgender Ausprägungen der Immunschwäche:

  • zelluläre Immunschwäche: Die Bildung von Abwehrzellen, die zu den Aufgaben des Immunsystems gehört, ist eingeschränkt.
  • humorale Immunschwäche: Abwehrzellen werden zwar gebildet, allerdings sind diese defekt.
Angeborene Immunschwächen sind dagegen relativ selten. Meist wird ein Immundefekt im Lauf des Lebens erworben, zum Beispiel infolge einer schweren Erkrankung wie der Leukämie (Blutkrebs) oder einer HIV-Infektion. Ob die Immunschwäche vorübergehend ist oder dauerhaft bestehen bleibt, hängt von der Grunderkrankung ab. Bei einer konsequenten Therapie erholt sich die körpereigene Abwehr unter Umständen wieder.

Man kann auch gezielt sein Immunsystem stärken, um beispielsweise in der kühleren Jahreszeit eine Erkältung zu vermeiden. Dabei ist es wichtig, sich insbesondere im Herbst und Winter warm genug anzuziehen, damit das Immunsystem seine volle Leistung erbringen kann. Denn die Abwehrzellen des Immunsystems zirkulieren im Blut. Wenn wir frieren, ist die Durchblutung der Schleimhäute von Nase und Rachen vermindert und Erreger können schlechter bekämpft werden. Auch eine gesunde und ausgewogene Ernährung sowie genug Bewegung und Schlaf unterstützen die Abwehrkräfte.

Mögliche Komplikationen einer Erkältung bei einer Immunschwäche

Personen, die eine erworbene Immunschwäche haben, müssen besonders darauf achten, sich nicht mit einer Erkältung anzustecken. Arbeitet das Immunsystem nicht richtig, können sich durch eine Immunschwäche schnell Folgeerkrankungen einer Erkältung entwickeln, die einen schweren Verlauf nehmen können. Dazu zählt vor allem die Lungenentzündung. Aber auch eine Mandel- oder Mittelohrentzündung entsteht bei Personen mit einer Immunschwäche während einer Erkältung häufiger. Das Risiko, sich während einer Erkältung einen zusätzlichen Infekt mit Bakterien einzufangen, ist erhöht, da die Abwehr bereits durch die Erkältungsviren angegriffen ist. Diese bakterielle Infektion, eine sogenannte Sekundärinfektion, ist meist mit schwerwiegenderen Symptomen wie Fieber über 38,5 Grad Celsius verbunden. Sie dauert zudem länger als eine gewöhnliche Erkältung und erfordert meist eine medikamentöse Behandlung durch einen Arzt.

Immunschwäche? So schützen Sie sich vor Erkältungen

Patienten mit einer Immunschwäche müssen sich vor der Ansteckung mit Erkältungsviren schützen und genau auf Hygiene achten, das heißt, zum Beispiel regelmäßig die Hände mit Seife waschen. Zudem sollten Menschen mit geschwächtem Immunsystem oder einer Immunschwäche vor allem im Herbst und Winter, wenn die Erkältung Hochkonjunktur hat, versuchen, Abstand zu erkrankten Personen zu halten. Denn durch Körperkontakt oder auch nur körperliche Nähe können die Erreger zum Beispiel mit den Tröpfchen beim Niesen oder Husten in den Organismus gelangen und sich dort ausbreiten.
Redaktion
Mail schreiben

Themenvorschläge? Anregungen? Schreiben Sie uns!