Die Seitenstrangangina im Überblick

Die Seitenstrangangina ist eine akute Rachenentzündung, bei der vor allem die Lymphbahnen, die von der hinteren Rachenwand nach unten verlaufen (Seitenstränge), betroffen sind. Sie entwickelt sich häufig aus einer Erkältung heraus und wird vor allem durch die Ansiedelung von Bakterien verursacht.

Anzeichen und Symptome einer Seitenstrangangina

Junge Frau putzt sich in Folge einer Seitenstrangangina die Nase.

Dem Krankheitsbild der Seitenstrangangina (Pharyngitis lateralis) geht in der Regel ein viraler Infekt (beispielsweise eine Erkältung) voraus. Dieser sorgt dafür, dass die Rachenschleimhaut bereits durch Viren beeinträchtigt ist und sich dort im späteren Verlauf der Erkrankung Bakterien – vor allem Staphylokokken und Pneumokokken – gut ansiedeln und vermehren können. Häufig betroffen sind dabei die Lymphbahnen, die auch Seitenstränge genannt werden. Sie verlaufen seitlich im hinteren Rachen und bestehen aus einem Gewebe, dass mit zahlreichen Abwehrzellen durchsetzt ist. Bei einem Befall mit Viren oder Bakterien erscheinen sie aufgrund einer Entzündungsreaktion stark gerötet und geschwollen.

Kommt es während einer normalen Erkältung zusätzlich zu Symptomen wie

handelt es sich womöglich bereits um eine Seitenstrangangina. Die Ohrenschmerzen treten aufgrund der Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachen (Eustachische Röhre) auf, die es ermöglicht, dass sich die Entzündung ausbreiten kann. Im weiteren Verlauf der Erkrankung kommen zu den genannten Beschwerden Fieber, allgemeine Abgeschlagenheit und Reizhusten hinzu. Charakteristisch für die Seitenstrangangina sind außerdem geschwollene Halslymphknoten, die schmerzhaft auf Druck reagieren. Die Erkrankten fühlen sich schwach sowie matt und sind nicht in der Lage, ihrem geregelten Tagesablauf nachzugehen.

Sobald die ersten deutlichen Anzeichen einer Seitenstrangangina auftreten, ist sie auch auf andere Menschen übertragbar. Die Ansteckung erfolgt per Tröpfcheninfektion – also durch mikroskopisch kleine Speichelpartikel, die beim Sprechen, Niesen oder Husten in die Umgebungsluft gelangen, wo sie von gesunden Menschen eingeatmet werden. Bei einer Behandlung mit Antibiotika lässt die Ansteckungsgefahr schon nach wenigen Tagen wieder nach. Ohne Medikamente hingegen bleibt die Seitenstrangangina während ihrer gesamten Dauer übertragbar.

Seitenstrangangina: Die Dauer ist unklar

Der Zeitraum vom Auftreten der ersten Anzeichen bis hin zum vollständigen Krankheitsbild der Seitenstrangangina ist sehr variabel. Auch die exakte Dauer ist nicht vorauszusagen. Je kräftiger das Immunsystem und je besser der Allgemeinzustand des Betroffenen, desto schneller ist die Seitenstrangangina überstanden. Die Dauer kann durch den Einsatz von Hausmitteln und Medikamenten deutlich verkürzt werden. Besteht die Entzündung länger als drei Monate, gilt die Seitenstrangangina als chronisch.1

Bei Patienten, deren Gaumenmandeln entfernt wurden, entstehen besonders häufig Anzeichen und Symptome einer Seitenstrangangina. Dies liegt daran, dass die Mandeln im Hals- und Rachenraum für die körpereigene Abwehr von Erregern zuständig sind – wurden sie entfernt, fehlt diese Funktion. Viren und Bakterien haben dann leichtes Spiel.

Die Behandlung einer Seitenstrangangina

Wie genau eine Seitenstrangangina therapiert wird, richtet sich nach der Ausprägung der Erkrankung. Bei einer schweren Infektion mit starken Schmerzen sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden, da es unter Umständen zu Komplikationen wie hohem Fieber und einer Mittelohrentzündung kommen kann. In diesem Fall erfolgt die Behandlung der Seitenstrangangina dann mittels Antibiotika und entzündungshemmenden Medikamenten. Sie stellen sicher, dass sich die Erkrankung nicht weiter ausbreitet und die Symptome schnell nachlassen. Um die Behandlung einer Seitenstrangangina effektiv durchzuführen, sollte auf Nikotin und Alkohol verzichtet werden, da diese Substanzen die Schleimhaut zusätzlich reizen und Einfluss auf die Wirkung der Medikamente nehmen.

Zur Diagnose der Seitenstrangangina betrachtet der Arzt den Rachenraum. Die Lymphbahnen erscheinen rot und geschwollen. Auf ihrer Oberfläche sind kleine Eiter-Stippchen (weiße, streifenartige Beläge) zu erkennen. Mit Hilfe eines Rachenabstrichs kann der Erregertyp der Angina bestimmt werden. Dies ist im Falle einer Therapie mit Antibiotika wichtig, um den passenden Wirkstoff verabreichen zu können.

Seitenstrangangina: Hilfreiche Hausmittel

Wer an einer Seitenstrangangina erkrankt ist, hat in der Regel mit Fieber, Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und einem Hustenreiz zu kämpfen. Betroffene fühlen sich häufig matt und abgeschlagen. Doch auch ohne Medikamente kann unterstützend eingegriffen werden. Die wichtigsten Hausmittel bei einer Seitenstrangangina sind:

  • Bettruhe: Gönnen Sie Ihrem Körper Ruhe, Erholung und viel Schlaf, damit er ausreichend Energie hat, um die Erreger wirksam zu bekämpfen.
  • Tee: Besonders bewährt hat sich Salbeitee, der neben der wärmenden Wirkung auch die Entzündung hemmt. Wer den Geschmack nicht mag, sollte den Tee gurgeln, anstatt ihn zu trinken.
  • Halswickel: Sie wirken bei Schluckbeschwerden und Halsschmerzen. Je nach Wohlbefinden werden die Wickel warm oder kalt angelegt. Beide Arten wirken durchblutungsfördernd und schmerzlindernd.
  • Wadenwickel: Bei hohem Fieber helfen kühlende Wadenwickel. Die Temperatur der Wickel sollten ungefähr ein bis fünf Grad unter der Körpertemperatur des Erkrankten liegen.2

Achten Sie zudem auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr, denn bei Fieber verliert der Körper wertvolle Flüssigkeit und Elektrolyte (Mineralstoffe). Um den Organismus damit nicht zusätzlich zu schwächen, ist es ratsam, über den Tag verteilt mindestens 1,5 Liter Wasser oder Tee zu trinken. Für jedes Grad über 37 Grad Celsius sollten rund 500 Milliliter zusätzlich zugeführt werden.3 Bessern sich die Beschwerden nach einigen Tagen nicht deutlich oder verschlimmern sie sich sogar, suchen Sie unbedingt einen Arzt auf.

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1HNO Ärzte im Netz: Chronische Rachenentzündung. URL: https://www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/rachenentzuendung/definition-und-haeufigkeit.html#c47 (15.05.2018).

2Sonn, Annegret: Wickel und Auflagen – Alternative Pflegemethoden erfolgreich anwenden. Stuttgart: Thieme Verlag 32010. S. 58.

3Internisten im Netz: Tipps bei Fieber. URL: https://www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/tipps-bei-fieber.html#c249 (15.05.2018).