Alles Wichtige zur Seitenstrangangina auf einen Blick:

  • Symptome: Halsschmerzen mit ausgeprägten Schluckbeschwerden, oft begleitet von Ohren- und Kopfschmerzen sowie einem allgemeinen Krankheitsgefühl
  • Krankheitsverlauf und Prognose: meist mild verlaufend; heilt in der Regel innerhalb einiger Tage von selbst ab
  • Wann zum Arzt: bei anhaltendem oder hohem Fieber, Atemnot oder stark zunehmenden Beschwerden
  • Ansteckungsrisiko: Auslöser sind häufig Viren, die leicht über Tröpfchen weitergegeben werden
  • Therapie: Schonung und ausreichendes Trinken; bei stärkeren Symptomen schmerzlindernde und entzündungshemmende Medikamente
  • Häufig gestellte Fragen

Was ist eine Seitenstrangangina?


Seitenstrangangina -anatomische Übersicht.

Eine Seitenstrangangina (Pharyngitis lateralis oder Angina lateralis) ist eine spezielle Form der Rachenentzündung, die sich durch starke Halsschmerzen äußert. Häufig entwickelt sie sich im Anschluss an einen viralen Infekt, zum Beispiel einer Erkältung. Dabei ist die Rachenschleimhaut bereits durch Viren gereizt, sodass sich im weiteren Verlauf Bakterien – meist Streptokokken, Staphylokokken oder Pneumokokken – leicht ansiedeln und vermehren können. 

Betroffen sind die sogenannten Seitenstränge, also Lymphbahnen, die seitlich an der hinteren Rachenwand verlaufen. Dieses lymphatische Gewebe ist reich an Abwehrzellen und reagiert bei einer Infektion mit einer Entzündung: Die Seitenstränge schwellen an und erscheinen stark gerötet.

Gut zu wissen:

Personen, deren Gaumenmandeln entfernt wurden, haben später ein erhöhtes Risiko für Erkrankungen der oberen Atemwege (zum Beispiel eine Seitenstrangangina)1. Die Gaumenmandeln übernehmen im Hals- und Rachenraum eine wichtige Rolle bei der Abwehr von Erregern. Fehlt diese Schutzfunktion nach einer Entfernung, haben es Viren und Bakterien leichter sich auszubreiten.

​Die häufigsten Symptome einer Seitenstrangangina


Bei bereits bestehender Erkältung können folgende Symptome auf eine beginnende Seitenstrangangina hindeuten: 

  • starke Halsschmerzen,  
  • Schluckbeschwerden,  
  • Kopf- und Ohrenschmerzen. 

Die Ohrenschmerzen entstehen, wenn sich die Entzündung über die Verbindung zwischen Mittelohr und Nasenrachenraum (Eustachische Röhre) weiter ausbreitet. 

Im weiteren Verlauf zeigt sich ein stark geröteter Rachen mit seitlicher Schwellung und streifenförmigem, gelblich-weißem Belag.  

Häufig treten die Beschwerden nur auf einer Seite des Rachens auf – möglich ist aber auch eine beidseitige Seitenstrangangina.  

Weiterhin kann es zu Fieber (insbesondere bei bakteriellen Infektionen), allgemeiner Abgeschlagenheit und Reizhusten kommen. Betroffene fühlen sich meist angeschlagen und sind im Alltag deutlich eingeschränkt.

Abgrenzung zu einer Erkältung 

Während eine gewöhnliche Erkältung vor allem die Nase und oberen Atemwege betrifft, liegt bei einer Seitenstrangangina die Entzündung tief im Rachenraum. Starke, einseitige Halsschmerzen, Eiterbeläge an den seitlichen Rachensträngen und geschwollene Lymphknoten sind klare Unterscheidungsmerkmale.

Seitenstrangangina: Krankheitsverlauf und Prognose


Der Zeitraum zwischen Ansteckung und Auftreten der ersten Symptome beträgt meist 12 Stunden bis 3 Tage. Wie lange die Beschwerden andauern, kann individuell unterschiedlich sein und hängt vom allgemeinen Gesundheitszustand sowie der Stärke des Immunsystems ab. Eine viral bedingte Seitenstrangangina heilt in der Regel innerhalb von 1 bis 2 Wochen ab – häufig sogar schneller, wenn frühzeitig geeignete Maßnahmen zur Linderung der Symptome ergriffen werden.1 

Gut zu wissen:

Neben der akuten Form kann sich auch eine chronische Seitenstrangangina entwickeln.
Sie tritt meist gemeinsam mit anderen Entzündungen im Rachenbereich auf und gilt als chronisch,
wenn die Beschwerden länger als 3 Monate bestehen.2

Im Unterschied zur akuten Variante ist sie selten durch Viren oder Bakterien verursacht,
sondern entsteht häufig durch eine dauerhafte Reizung der Rachenschleimhaut – zum Beispiel durch:

  • übermäßigen Alkohol- und Tabakkonsum
  • trockene oder schadstoffbelastete Luft (z. B. am Arbeitsplatz)
  • trockene Raumluft in stark beheizten Räumen
  • übermäßigen Stimmgebrauch
  • eine Strahlentherapie im Halsbereich (z. B. zur Behandlung eines Tumors)

Typische Beschwerden sind anhaltender, trockener Husten, ständiger Hustenreiz und häufiges Räuspern.

Wann zum Arzt bei einer Seitenstrangangina?


Klemmbrett und Stethoskop - ein Arzt sollte unter anderem bei starken Beschwerden einer Seitenstrangangina aufgesucht werden.

Ein Arztbesuch ist sinnvoll, wenn  

  • die Schmerzen stark ausgeprägt sind,  
  • Fieber anhält oder  
  • sich die Beschwerden trotz Selbstbehandlung nicht innerhalb weniger Tage bessern. 

Auch bei ausgeprägter Schluckstörung, einseitig zunehmenden Schmerzen oder erneutem Fieber nach kurzer Besserung sollte ärztlicher Rat eingeholt werden. Je nach Ursache kann eine antibiotische Behandlung erforderlich sein. 

Komplikationen treten selten auf, sollten aber ernst genommen werden. Dazu zählen:

  • Mittelohrentzündung
  • abgekapselte Eiteransammlung (Abszess) im Bereich des Rachens
  • Herzmuskelentzündung
  • Nierenentzündung
  • rheumatisches Fieber (Autoimmunreaktion nach bakterieller Infektion)

Ist eine Seitenstrangangina ansteckend?


Eine Seitenstrangangina ist ansteckend. Die Erreger werden in der Regel über eine Tröpfcheninfektion übertragen – also beim Husten, Niesen oder Sprechen. Betroffene sollten deshalb einige Hygieneregeln beachten, um die Weiterverbreitung zu vermeiden:3 

  • Kontakt reduzieren: Enge Begegnungen mit anderen Personen möglichst vermeiden. 
  • Hygiene beachten: Regelmäßig und gründlich die Hände waschen – vor allem nach Husten, Niesen oder Naseputzen. 
  • Mund-Nasen-Schutz: Sowohl Erkrankte als auch Personen im Umfeld können durch das Tragen eines Mundschutzes das Risiko einer Ansteckung verringern. 
  • Richtiges Husten und Niesen:
    • In ein Papiertaschentuch husten oder niesen und dieses anschließend entsorgen
    • Falls keins zur Hand ist: in die Armbeuge husten oder niesen – nicht in die Hände.
  • Raumhygiene: Regelmäßiges Lüften hilft, die Erregerlast in der Luft zu verringern.

Wie wird eine Seitenstrangangina behandelt?


Die Behandlung der Seitenstrangangina richtet sich nach dem Schweregrad der Erkrankung. Leichte Formen können häufig mit einfachen Hausmitteln gelindert werden. Bei starken Schmerzen oder einer ausgeprägten Infektion sind oftmals eine ärztliche Vorstellung sowie eine Antibiotikatherapie erforderlich. 

Nachstehend eine Übersicht zu den verschiedenen Therapiemöglichkeiten:

Hausmittel zur Behandlung der Seitenstrangangina

Bei einer Seitenstrangangina können einfache Maßnahmen und Hausmittel helfen, die typischen Beschwerden wie Halsschmerzen, Schluckbeschwerden oder Fieber zu lindern. Sie unterstützen den Körper sanft bei der Genesung und tragen dazu bei, sich wohler zu fühlen. 

  • Bettruhe: Ausreichend Ruhe und Schlaf helfen dem Körper, Kraft zu tanken und die Entzündung besser abzuwehren. 
  • Viel trinken: Eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr ist wichtig, da der Körper bei Fieber Flüssigkeit verliert. Besonders warme Getränke wie Kräutertees wirken durchblutungsfördernd und können die Genesung beschleunigen.1 
  • Halswickel für einen warmen Hals: Ein Baumwolltuch mit warmem Wasser befeuchten, um den Hals legen und mit einem Wollschal oder Frotteehandtuch fixieren.1 
  • Stimme schonen: Sprechen, Flüstern oder häufiges Husten reizen den Hals zusätzlich. Ruhe für die Stimme entlastet den Rachen. 
  • Gurgeln: Das regelmäßige Gurgeln mit Salzwasser oder lauwarmem Salbeitee befeuchtet und desinfiziert den Rachenraum. So können sich Reizungen schneller beruhigen und die Schleimhäute regenerieren. 
  • Wadenwickel bei Fieber: Kühlende Wadenwickel können angenehm wirken, wenn die Körpertemperatur ansteigt (ab etwa 39 Grad Celsius). Die Wadenwickel bleiben etwa 5 Minuten angelegt und können zwei bis dreimal hintereinander angewendet werden.4 

Medikamente gegen die Seitenstrangangina

Zur Linderung der Beschwerden können verschiedene Medikamente eingesetzt werden. Dazu gehören zum Beispiel: 

  • lokal wirkende Mittel wie antiseptische Lutschtabletten oder Rachensprays, die den Hals beruhigen und Reizungen mindern können 
  • schmerzlindernde und entzündungshemmende Wirkstoffe, die Halsschmerzen, Fieber und allgemeines Krankheitsgefühl reduzieren

Wann sind Antibiotika nötig?

Früher wurden bei einer Seitenstrangangina häufig Antibiotika verschrieben. Heute warten Ärzte in der Regel den Befund eines Rachenabstrichs (z.B. Streptokokken-Test) ab – denn Antibiotika wirken nur gegen Bakterien, nicht gegen Viren. Liegt eine bakterielle Infektion vor, kann eine antibiotische Behandlung die Krankheitsdauer leicht verkürzen und das Risiko für Komplikationen verringern. Wichtig ist, das Medikament streng nach ärztlicher Vorgabe einzunehmen, um Resistenzen oder Rückfälle zu vermeiden.

Wie lässt sich einer Seitenstrangangina vorbeugen?


Da eine Seitenstrangangina meist im Zuge eines viralen Infekts entsteht und leicht über Tröpfchen übertragen wird, helfen einfache Hygienemaßnahmen, das Risiko zu verringern. Dazu gehören  

  • regelmäßiges Händewaschen,  
  • Husten und Niesen in die Armbeuge sowie  
  • ausreichend Abstand zu anderen Personen, insbesondere wenn diese erkältet sind.  

Diese Maßnahmen senken die Wahrscheinlichkeit einer Ansteckung und schützen auch das eigene Umfeld.

Häufig gestellte Fragen zur Seitenstrangangina


Welche Symptome hat man bei einer Seitenstrangangina?

Typische Symptome sind starke Halsschmerzen, Schluckbeschwerden, sowie Ohrenschmerzen und Kopfschmerzen. Im Verlauf der Erkrankung können Fieber, allgemeine Abgeschlagenheit, Reizhusten und Schwächegefühl hinzukommen. Der Rachen ist oft gerötet, geschwollen und weist streifenförmige Beläge auf.

Ist eine Seitenstrangangina infektiös?

Ja, egal ob Bakterien oder Viren die Übeltäter sind, eine Seitenstrangangina ist sehr ansteckend. Die Krankheitserreger gelangen per Tröpfcheninfektion – also durch mikroskopisch kleine Speichelpartikel – beim Sprechen, Niesen oder Husten in die Umgebungsluft, wo sie von Gesunden eingeatmet werden können.

Wie lange ist eine Seitenstrangangina ansteckend?

Sobald die ersten deutlichen Anzeichen einer Seitenstrangangina auftreten, ist sie auch auf andere Menschen übertragbar. Bei einer Behandlung mit Antibiotika (nur bei einer bakteriellen Infektion) klingt die Ansteckungsgefahr meist nach wenigen Tagen ab. Ohne Medikamente oder bei einer viralen Infektion bleibt sie während der gesamten Krankheitsdauer übertragbar.

Sind Patienten nach Überstehen einer Seitenstrangangina immun?

Leider nein. Es gibt so viele verschiedene Bakterien und Viren, die als Ursache einer Seitenstrangangina infrage kommen, dass der Körper nicht gegen alle potenziellen Erreger eine Immunität entwickeln kann.

Was tun bei einer Seitenstrangangina?

Die Behandlung richtet sich nach der Ursache: Bei einer bakteriellen Infektion helfen Antibiotika, die die Krankheitserreger bekämpfen. Handelt es sich um eine virale Infektion, stehen die Linderung der Symptome und die Unterstützung des Immunsystems im Vordergrund. Ruhe, viel Flüssigkeit, warme Halswickel und schmerzlindernde Medikamente können helfen. Bei starken Symptomen oder längerem Krankheitsverlauf sollte ein Arzt konsultiert werden.

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Susanne Wolf Schon seit Kindheitstagen sind Schreiben und das Internet wichtige Bestandteile im Leben von Susanne Wolf. So erstellte sie ihren ersten Blog mit zwölf und konzentrierte sich später im Studium vor allem auf digitales Publizieren. Da sie selber jedes Zipperlein erst einmal googelt, weiß sie, wie wichtig gut recherchierte und gleichzeitig verständliche Artikel im Internet sind. Susanne Wolf Medizinredakteurin kanyo® mehr erfahren
Quellen anzeigen
  • 1 „Starke Halsschmerzen, aber keine Mandeln mehr? Dahinter kann eine Seitenstrangangine stecken“. ndr.de, www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Seitenstrangangina-Symptome-Ansteckung-und-Behandlung,seitenstrangangina100.html. - Stand (09.01.2026).
  • 2 „Definition und Häufigkeit » Rachenentzündung » Krankheiten » HNO-Ärzte-im-Netz »“. Hno-aerzte-im-netz.de, www.hno-aerzte-im-netz.de/krankheiten/rachenentzuendung/definition-und-haeufigkeit.html. - Stand (09.01.2026).
  • 3 „Seitenstrangangina: Was tun bei Hals- und Ohrenschmerzen?“ gesundheit.de, www.gesundheit.de/krankheiten-symptome/halsschmerzen/seitenstrangangina-id213947/. - Stand (09.01.2026).
  • 4 „Tipps bei Fieber“. Internisten-im-netz.de, www.internisten-im-netz.de/krankheiten/fieber/tipps-bei-fieber.html. - Stand (09.01.2026).