Das sollten Sie über das Inhalieren bei Erkältung wissen

4. Januar 2019
7 Min.

Neben Teetrinken gilt das Inhalieren bei einer Erkältung als Hausmittel Nummer eins, um einen grippalen Infekt so schnell wie möglich wieder loszuwerden. Doch wie geht Inhalieren eigentlich richtig und welche Inhalationszusätze eignen sich bei Schnupfen und Husten am besten? Dieser Artikel fasst Ihnen die wichtigsten Infos rund um Inhalation zusammen.

Frau inhaliert Dampf wegen Erkältung.

Die Erkältung kurz erklärt

Bei einer Erkältung sind die oberen Atemwege (Nase, Mund, Rachen) von einer Infektion betroffen. Schnupfen, Husten und eine verstopfte Nase zählen zu den typischen Symptomen eines grippalen Infekts (wie Erkältungen ebenfalls genannt werden).

Schuld an der Erkältung sind Viren, die in die Zellen der Atemwegsschleimhäute eindringen. Gerade im Herbst oder Winter sind diese aufgrund der trockenen (Heizungs-)Luft besonders anfällig für Erreger, weshalb die kalte Jahreszeit auch den Ruf der „Grippesaison“ genießt.

Inhalieren – schnelle Linderung bei einer Erkrankung der Atemwege

Inhalieren wirkt sich insbesondere bei einer Erkältung positiv aus – und das in gleich dreierlei Hinsicht: Der Dampf

  • befeuchtet die Schleimhaut,
  • löst zähes Sekret, also den gebildeten Schleim, und
  • regt die Durchblutung an.

Bei einem akuten grippalen Infekt kann der Inhalationsdampf Linderung verschaffen, indem er den Schleim löst und ein Durchatmen ermöglicht. Doch auch vorbeugend bietet es sich an, mit Wasserdampf zu inhalieren. Der warme Nebel hält die Schleimhäute der Atemwege, insbesondere der Nase, feucht, wodurch sich Erkältungsviren und Bakterien dort nur schwer ansiedeln können.

Richtig inhalieren: Wie lange und womit?

Es gibt verschiedene Wege, Dampf zu inhalieren: Meist fällt die Entscheidung zwischen der altbewährten Methode der Wasserschüssel mit einem Handtuch über dem Kopf und einer modernen Inhalation. Wie lange die jeweilige Inhalationssitzung dauern sollte, ist dabei unabhängig von der Methode: Wichtig ist, dass sie zehn Minuten nicht überschreitet. Über den Tag verteilt empfiehlt es sich, häufiger zu inhalieren. Zwischen zwei- und dreimal lautet der Richtwert.1

Inhalieren auf dem klassischen Weg

Für die klassische Methode des Inhalierens bei einer Erkältung benötigen Sie warmes Wasser, eine Schüssel und ein Handtuch. Beugen Sie den Kopf über die Schüssel mit dem Wasserdampf und legen Sie ein Tuch über Kopf und Wasserschüssel. So bleibt der Inhalationsdampf unter dem Handtuch und kann gut eingeatmet werden. Atmen Sie den Wasserdampf in ruhigen Zügen durch Mund oder Nase ein – je nachdem, was Sie als angenehmer und lindernder empfinden.

Hinweis: Um Verbrühungen vorzubeugen, sollten Sie das Wasser nicht ganz bis zum Kochen bringen. Die ideale Wassertemperatur liegt bei 60 bis 65 Grad, sodass sich bereits Dampf bildet, Sie sich jedoch nicht verbrühen.2

Die Sauerstoffzufuhr sichern Sie bei dieser Inhalationsmethode, indem Sie hin und wieder das Handtuch heben. Findet keine Sauerstoffzirkulation statt, besteht das Risiko, dass der Inhalierende Schwindel erleidet.

Einen Inhalator richtig verwenden

Möglich ist zudem die Inhalation mit einem sogenannten Inhalator. Davon gibt es unterschiedliche Ausführungen, die unter anderem in der Apotheke erhältlich sind:

  • Inhalationsvorrichtung: Dabei handelt es sich um ein Gefäß mit integriertem Mund- und Nasenstück. Es ersetzt das Handtuch über dem Kopf und leitet den Inhalationsdampf direkt zu den Atemwegen.
  • Elektrischer Inhalator: Das elektrische Medizingerät ist für den Hausgebrauch vorgesehen und verwandelt geringe Mengen Wasser zu Dampf.
  • Vernebler: Hochtechnologische Vernebler werden ausschließlich in Krankenhäusern und in Arztpraxen eingesetzt. Sie haben das Ziel, Medikamente in die Lunge zu transportieren, beispielsweise, um Asthmaerkrankungen zu behandeln.

Auch bei der Verwendung eines Inhalators sollten Sie darauf achten, hin und wieder einen Atemzug ohne Wasserdampf zu tun, um die Sauerstoffversorgung des Körpers zu gewährleisten.

Inhalieren mit Zusatz – Kamille, Salzwasser, Salbei und Co.

Aufgrund des warmen Wasserdampfes kann das Inhalieren bei Erkältung helfen. Zahlreiche Inhalationszusätze zeigen zusätzlich eine unterstützende Wirkung.

Kräuter im Wasser: Inhalieren mit Kamille, Thymian und Salbei

Heilkräuter sind nicht nur im Erkältungstee eine gute Möglichkeit, um auf die Kraft der Natur zu setzen. Sie finden auch als unterstützende Inhalationszusätze Verwendung. So kann das Inhalieren mit Kamille eine entzündungsreduzierende Wirkung haben, Schnupfen lindern und mitunter gegen Bakterien wirken. Dem gegenüber ist Thymian für zahlreiche Hustenpräparate typisch. Und das nicht ohne Grund: Die Extrakte der Heilpflanze können Schleim lösen. Bei Halsschmerzen finden dagegen die in Salbei enthaltenen ätherischen Öle sowie Gerbstoffe Anwendung. Durch das Inhalieren mit der Heilpflanze profitieren Betroffene von deren entzündungshemmenden Eigenschaften.3

Inhalieren mit Salzwasser

Salz zählt zu den bewährten Inhalationszusätzen und folgt dem gleichen Prinzip wie das Einatmen salziger Luft an Kurorten am Meer. Im Inhalationswasser wird Salz aufgelöst, der Wasserdampf dann durch Nase und Mund eingeatmet. Durch das Inhalieren mit Salzwasser werden die Schleimhäute befeuchtet und es zeigt sich eine antiseptische – also desinfizierende – Wirkung.

Für die Herstellung des Salzwassers empfiehlt es sich, auf unbehandeltes Salz, Meersalz oder spezielles Inhalationssalz zurückzugreifen, das in Drogerien und Apotheken erhältlich ist. Vermeiden Sie hingegen jodiertes Speisesalz.

Tipp: Bei der Dosierung sollten Sie darauf achten, nicht zu wenig Salz ins Wasser zu geben, um die bestmögliche Wirkung zu erzielen. Geben Sie daher einen Esslöffel Salz auf einen Liter Wasser.4

Ätherische Öle: Vorsicht vor Überdosierung

Wer an einer Infektion leidet, kann auch verschiedene ätherische Öle ins warme Inhalationswasser mischen. Dabei handelt es sich um hochkonzentrierte Flüssigkeiten, die durch Pressen oder Destillieren aus Pflanzen gewonnen werden. Insbesondere für das Inhalieren bei Erkältung bieten sich folgende Öle an:

  • Minzöl
  • Eukalyptusöl
  • Fichtennadelöl

Aber Vorsicht: Ätherische Öle zeichnen sich meistens durch einen intensiven Geruch aus. Die Dämpfe sind für Menschen mit chronischen Atemwegserkrankungen nicht geeignet und können auch ansonsten die Augen reizen und zum Tränen bringen. Genaue Hinweise zur jeweiligen Dosierung erhalten Sie von Ihrem Arzt oder Apotheker.

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