Häufige Fragen zu Grippe in der Schwangerschaft

Warum ist gefährlich, wenn ich während der Schwangerschaft Grippe bekomme?

Dadurch, dass in der Schwangerschaft die Immunabwehr herabgesetzt ist, haben Schwangere ein höheres Risiko für Komplikationen, beispielsweise eine Lungenentzündung. Mit einer Grippeimpfung, geeigneten Medikamenten und Hausmitteln können sich Schwangere vor einem schweren Krankheitsverlauf schützen.

Sollte ich mich als Schwangere gegen Grippe impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) empfiehlt die Grippeimpfung für schwangere Frauen. Sie gilt als unbedenklich für Mutter und Kind und schützt beide während und nach der Schwangerschaft.

Welche Hausmittel gegen Grippe gibt es, die auch Schwangere verwenden dürfen?

Schwangere sollten schon bei den ersten Grippesymptomen darauf achten, genügend Zink und Vitamin C zu sich zu nehmen. Tee, Inhalieren und Meersalz-Nasenduschen helfen, die Durchblutung in den Atemwegen anzuregen und Schleim zu lösen. Bei Fieber können auch Wadenwickel Linderung verschaffen.

Was kann ich tun, um in der Schwangerschaft gar nicht erst an Grippe zu erkranken?

Die richtige Hygiene (beispielsweise regelmäßiges Händewaschen) und die Stärkung der körpereigenen Abwehrkräfte sind die wichtigsten Bausteine zur Vorbeugung einer Grippe. Um das Immunsystem zu unterstützen, sollten Sie Ihrem Körper durch ausgewogene Ernährung alle wichtigen Vitamine und Mineralstoffe zur Verfügung stellen und sich regelmäßig an der frischen Luft bewegen.

Ist eine Grippe in der Schwangerschaft gefährlich?


Egal ob richtige Influenza oder eine mildere Erkältung – sich krank zu fühlen ist immer unangenehm. Denn unser Immunsystem leistet in dieser Zeit ganze Arbeit. So verläuft eine Erkältung oder Grippe normalerweise ohne ernste Komplikationen. Mit Bettruhe, viel Schlaf und unterstützenden Medikamenten ist sie nach einigen Tagen wieder ausgestanden.  

Bei Schwangeren hingegen ist die körpereigene Immunabwehr herabgesetzt. Grund hierfür sind hormonelle Veränderungen in der Schwangerschaft. Schwangere Frauen sind dadurch anfälliger für Infektionskrankheiten wie beispielsweise Grippe und neigen öfter zu schweren Verläufen, beispielsweise mit Lungenentzündung. Entsprechend ist auch das Risiko für eine Krankenhauseinweisung oder sogar Tod erhöht.1  

Aber nicht nur für die Mutter kann eine Influenza Folgen haben: durch eine Grippe während der Schwangerschaft kann es beim Ungeborenen zu Wachstumsstörungen oder auch zur Fehl- oder Frühgeburt kommen.2 

Grippe oder Erkältung in der Schwangerschaft – Wie erkenne ich eine Influenza?


„Ich glaube, ich habe Grippe.“ – Bemerken wir erste Anzeichen wie Husten, Schnupfen oder Heiserkeit fällt oft fälschlicherweise der Begriff „Grippe“ oder „Influenza“. Jedoch steckt nicht bei allen Menschen die echte Grippe hinter den Symptomen.  

Denn die echte Grippe – Mediziner sprechen auch von Influenza – unterscheidet sich von einer herkömmlichen Erkältung (grippaler Infekt). Unterschiede bestehen hinsichtlich des Beginns und Verlaufs der Erkrankung, bei den Symptomen und ihrer Ausprägung sowie den nachweisbaren Erregern.  

Eine Erkältung beginnt schleichend, die Symptome entwickeln sich über mehrere Tage hinweg. Bei einer Influenza hingegen zeigen sich rasch (innerhalb von Stunden) Anzeichen, wie beispielsweise:3 

Ursache für die echte Influenza sind Grippeviren, die im Labor nachweisbar sind.4 Ein grippaler Infekt hingegen kann durch verschiedene Viren, beispielsweise Rhinoviren, ausgelöst werden.5 

Impfung gegen Influenza – Für Schwangere empfohlen


Um das persönliche Risiko eine Grippe zu bekommen zu senken, gibt es die Möglichkeit, sich gegen Grippe impfen zu lassen. Viele Schwangere sind hier allerdings vorsichtig, weil sie Bedenken haben, ihre Schwangerschaft durch eine Impfung zu gefährden. Jedoch besteht aus medizinischer Sicht kein Grund zur Sorge. 

Sollte ich mich als Schwangere gegen Grippe impfen lassen?

Die Ständige Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch-Instituts empfiehlt die Impfung gegen Grippe für Schwangere ab dem vierten Monat der Schwangerschaft. Bei chronischen Grunderkrankungen der Mutter wie beispielsweise Asthma, Diabetes oder Bluthochdruck bereits ab Beginn der Schwangerschaft.2 

Wussten Sie schon … ?

Bei der Impfung gegen Influenza ist auch der Zeitpunkt entscheidend für einen guten Impfschutz: die Impfung muss jährlich wiederholt werden und sollte bereits im Oktober oder November (rechtzeitig vor Beginn der Grippesaison) gemacht werden.2

Bestehen Risiken bei einer Impfung in der Schwangerschaft für mich und mein Kind?

Allgemein gilt es als unbedenklich, sich als Mutter in der Schwangerschaft gegen Grippe impfen zu lassen. Die Impfung bietet guten Schutz während der Schwangerschaft und auch darüber hinaus: denn die Mutter gibt die erworbene Immunität an das Ungeborene weiter.1  

Mögliche Nebenwirkungen der Impfung sind typische Impfreaktionen wie beispielsweise Schmerzen oder Rötung an der Einstichstelle. Teilweise kann es durch die Impfung zu Kopf- oder Muskelschmerzen, Fieber, Erschöpfung oder Übelkeit kommen. Im Gegensatz zur richtigen Grippe zeigen sich die Symptome aber milder und vergehen schneller.1

Wie kann Grippe in der Schwangerschaft durch Hausmittel und Medikamente behandelt werden?


Für schwangere Frauen ist es relevant zu wissen, dass viele herkömmliche Medikamente gegen Erkältung oder Grippe während der Schwangerschaft nicht geeignet sind.  

Wichtig: Erst nachfragen, dann einnehmen

Fiebersenkende, schmerzlindernde und antivirale Medikamente, aber auch milde Mittel wie beispielsweise abschwellende Nasensprays, sollten Schwangere nur in Absprache mit medizinischem Fachpersonal verwenden. Fragen Sie daher immer Ihren Arzt oder Apotheker um Rat, welche Medikamente Sie in der Schwangerschaft bedenkenlos verwenden können.

Auch wenn es in Absprache mit dem Arzt möglich ist  manchen Frauen ist es in der Schwangerschaft lieber, im Falle einer Grippe ganz auf synthetische Medikamente zu verzichten. Viele greifen daher gern auf bewährte, für das Ungeborene ungefährliche Hausmittel zurück, um der Influenza Herrin zu werden. Neben ausreichend Schlaf und viel Trinken helfen außerdem: 

  • Zink: zur Steigerung der Abwehrkräfte 
  • Hühnersuppe und warme Tees: schleimlösend und wohltuend für die Atemwege 
  • Meersalz-Nasendusche: zur Schleimlösung  
  • Inhalieren mit Kamillenblüten, Heublumen, Salzwasser: zur Schleimlösung und besseren Durchblutung der Atemwege  
  • Wadenwickel: mit lauwarmem Wasser bei Fieber 
  • Scharfe Gewürze (in Maßen): Chili, Pfeffer und Knoblauch wirken positiv auf Stoffwechsel und Immunsystem 
Tasse mit Tee für das Wohlbefinden bei Grippe in der Schwangerschaft.

Auch ätherische Öle sind für ihre positiven und wohltuenden Effekte bei Erkältung oder Grippe bekannt.

Doch hiermit sollten Frauen während der Schwangerschaft vorsichtig sein, denn beispielsweise Eukalyptus und Minze wirken auf die Gebärmutter.

Lavendelöl gilt in geringem Mengen als unbedenklich.

Influenza vorbeugen: Das können Sie als Schwangere tun


Am besten ist jedoch, gar nicht erst krank zu werden. Zum Glück können Schwangere auch einige Dinge tun, um ihr Immunsystem so gut wie möglich zu unterstützen und so für die nächste Grippewelle gewappnet zu sein.  

Die zwei Schlüssel zur Vorbeugung einer Influenza sind (neben einer Impfung) die Stärkung der Abwehrkräfte und gewissenhafte Hygiene, dass die Keime keine Chance haben. 

Das Immunsystem ist der Schutzschild des Körpers: Es reagiert auf äußere Einflüsse wie beispielsweise Viren oder Bakterien, sodass es im besten Falle gar nicht erst zur Erkrankung kommt. Ist diese Immunreaktion durch die Schwangerschaft vermindert, hat das Immunsystem nicht genug „Power“ die schädlichen Eindringlinge, die die Grippe auslösen, ausreichend zu bekämpfen.  

Den Stoffwechsel anregen

Um in der Schwangerschaft gar nicht erst an Grippe zu erkranken, sollten schwangere Frauen also ihre Abwehrkräfte bestmöglich stärken.  

Alles, was den Stoffwechsel in Gang bringt, stärkt die Abwehrkräfte. Um Kreislauf und Immunsystem anzuregen haben schwangere Frauen verschiedene Möglichkeiten: 

  • Bewegung an der frischen Luft, beispielsweise Spazierengehen oder Radfahren  
  • Wechselduschen  
  • Fußbäder mit ansteigender Temperatur 
  • Saunabesuche 

Natürlich sollten Sie bei allen Maßnahmen auf die Warnsignale Ihres Körpers (beispielsweise Schwindel) achten.   

Die richtige Ernährung

Die richtige Ernährung ist in der Schwangerschaft von großer Bedeutung – nicht nur, wenn es darum geht, eine Grippe zu verhindern. Alles, was die Mutter zu sich nimmt, ist die Grundlage für die gesunde Entwicklung des ungeborenen Kindes. Darüber hinaus ist die Ernährung auch eine wichtige Basis für die Mutter, deren Körper in der Schwangerschaft eine außerordentliche Meisterleistung vollbringt.  

Dabei profitiert auch das Immunsystem der Schwangeren von der richtigen Ernährung. Um ihre Abwehrkräfte zu stärken, sollten Frauen in der Schwangerschaft darauf achten, genügend Vitamine zu sich zu nehmen, vor allem in Form von Obst (beispielsweise Zitrusfrüchte) und Gemüse (beispielsweise Paprika). 

Neben Vitaminen benötigt das Immunsystem auch Mineralstoffe wie Zink, Kupfer, Eisen und Selen. Sie sind beispielsweise in Hülsenfrüchten, Nüssen, Fisch, Fleisch und Milchprodukten enthalten.  

Sorgfältige Hygiene

Grippeviren werden über die Luft übertragen (Tröpfcheninfektion), beispielsweise, wenn eine erkrankte Person hustet oder niest. Aber auch der Luftstrom beim Sprechen kann für eine Infektion bereits ausreichend sein. Zudem können die Viren auch über verunreinigte Flächen in den Körper gelangen.  

Eine gewissenhafte Hygiene ist daher immer – aber besonders während der Schwangerschaft – ein wichtiger Bestandteil bei der Vorbeugung einer Grippe: 

  • Achten Sie beim Händewaschen darauf, alle Stellen der Hände gut zu säubern und vor allem lange genug mit Seife zu behandeln.  
  • Verwenden Sie Papiertaschentücher nur einmal.  
  • Reinigen Sie viel genutzte Flächen regelmäßig, um auf diesem Wege die Übertragung von Keimen zu verringern.  
  • Neben Händewaschen hilft auch die regelmäßige Desinfektion der Hände mit Desinfektionsmittel Viren abzutöten. 

Auf diese Weise können Sie sich und Ihr Kind vor den Krankheitserregern schützen und Ihr Risiko, in der Schwangerschaft an Grippe zu erkranken, senken. 

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