Die Kieferhöhlenentzündung – Symptome, Dauer, Behandlung

10. November 2018
8 Min.

Sie leiden während oder nach einer Erkältung an Kieferschmerzen, Fieber und einem starken Druckschmerz im Bereich der Wangen und der Stirn? Dann ist es möglich, dass Sie an einer Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris) erkrankt sind. Lesen Sie hier mehr zur Dauer, den Symptomen und der Behandlung dieser oftmals langwierigen Infektion der Nasennebenhöhlen.

Mann mit Symptomen einer Kieferhöhlenentzündung.

Die Anatomie der Nasennebenhöhlen

Die Nasennebenhöhlen sind luftgefüllte Hohlräume im Schädel, die in direkter Verbindung mit der Nase stehen. Sie werden unterteilt in

  • Stirnhöhle (Sinus frontalis),
  • Kieferhöhle (Sinus maxillaris),
  • Siebbeinzellen (Sinus ethmoidalis) und
  • Keilbeinhöhle (Sinus sphenoidalis).

Alle Höhlen sind paarig angelegt und dienen als Resonanzraum für den Klang der Sprache sowie zur Reinigung, Anfeuchtung und Erwärmung der Atemluft. Die Höhlen sind von einer speziellen Schleimhaut mit winzigen Flimmerhärchen, sogenannten Zilien, ausgekleidet. Diese befördern Schadstoffe mit Hilfe eines schleimigen Sekrets in Richtung Rachen und von dort aus in den Magen, wo sie von der Magensäure unschädlich gemacht werden. Zudem ist die Schleimhaut zuständig für die Befeuchtung der Luft, während das Blutgefäßsystem sie auf Körpertemperatur erwärmt.

Interessant!
Von Entzündungen betroffen sind in absteigender Häufigkeit die Kieferhöhle, die Siebbeinzellen, die Stirn- und die Keilbeinhöhle1 Bei einer Pansinusitis sind alle Bereiche der Nasennebenhöhlen betroffen.

Symptome der Kieferhöhlenentzündung

Typische Symptome der Kieferhöhlenentzündung sind dumpfe, pochende Schmerzen im Bereich der Wange, die bis in die Stirn ausstrahlen können. Betroffene reagieren in diesen Gesichtsregionen äußerst empfindlich auf Druck oder leichtes Klopfen. Treten bei einer Erkältung Kieferschmerzen auf, kann dies ein erstes Zeichen für eine Sinusitis maxillaris sein, ebenso wie:

  • Schmerzen beim Vornüberbeugen
  • Kopfschmerzen
  • anhaltende Erschöpfung
  • erhöhte Körpertemperatur
  • Husten durch Schleim, der in den Rachen läuft
  • Zahnschmerzen

Wie lange dauert die Kieferhöhlenentzündung?

Halten die Beschwerden länger als drei Monate an, wird von einer chronischen Kieferhöhlenentzündung gesprochen. Für gewöhnlich ist die Erkrankung aber nach einer Dauer von 8 bis 14 Tagen überstanden2.

Kieferhöhlenentzündung: So entsteht sie

Die Kieferhöhlenentzündung (Sinusitis maxillaris) ist in den meisten Fällen die Folge eines allergischen Schnupfens, beispielsweise bei einer Pollenallergie, oder einer Erkältung (mit durch Viren, seltener Bakterien ausgelöstem Schnupfen). Um Erreger und Fremdstoffe aus den Nasengängen zu entfernen, schwillt die Schleimhaut an und die sogenannten Becherzellen produzieren verstärkt Sekret. Dieses fließt dann aufgrund der Schwellung nicht mehr aus den Nasennebenhöhlen ab und staut sich zurück. Dank des dort vorherrschenden feucht-warmen Milieus können sich die Erreger stark vermehren.

Sinusitis maxillaris – Risikofaktoren

Anfällig für eine Kieferhöhlenentzündung und deren Symptome sind in erster Linie Menschen mit einem geschwächten Immunsystem oder anatomischen Engstellen im Bereich der Nasennebenhöhlen (zum Beispiel nisten sich Erreger gerne in verengten Nebenhöhleneingänge ein). Auch Zahnerkrankungen oder das Eindringen von Keimen in die Nase beim Schwimmen können die Entstehung einer Sinusitis maxillaris begünstigen.

Vor allem aufgrund ihrer Position sind die Kieferhöhlen mit am häufigsten von Entzündungen betroffen. Sie liegen direkt über dem Oberkiefer, was dazu führt, dass sie schneller von Erregern aus der Nase oder dem Mundraum besiedelt werden können als beispielsweise die Stirnhöhlen, die im Schädel weiter oben liegen. Häufig sind neben Erkältungen auch Zahnprobleme Schuld an der Kieferhöhlenentzündung. Hierzu gehören unter anderem

  • eine Zahnfleischentzündung, die über den Nasenrachenraum auf die Kieferhöhle übertragen wird,
  • ein verlagerter Zahn, zum Beispiel ein schiefstehender Zahn, der in die Kieferhöhle ragt,
  • eine Verletzung, die eine Öffnung zwischen dem Mund und der Kieferhöhle geschaffen hat,
  • ein Wurzelrest, der bei dem Versuch ihn zu entfernen in die Kieferhöhle geraten ist.

Ist der Auslöser der Kieferhöhlenentzündung im Mundraum begründet, muss zunächst eine Zahn- beziehungsweise Kieferbehandlung erfolgen, um die Ursache der Infektion zu beheben.

Sinusitis maxillaris: So wird sie behandelt

In erster Linie muss zur Linderung der Symptome einer Kieferhöhlenentzündung der Schleim zum Abfließen gebracht werden. Hierbei helfen abschwellende Nasentropfen oder Sprays. Zeigen diese keinen Erfolg, verordnet der Hals-Nasen-Ohrenarzt schleimlösende Mittel, sogenannte Sekretolytika. Durch eine Verflüssigung des Sekrets sorgen sie dafür, dass es leichter abfließt. Im Falle einer eitrigen, bakteriellen Infektion kann auch die Gabe eines Antibiotikums erforderlich sein. Zusätzlich dienen folgende Maßnahmen dazu, die Beschwerden zu lindern und die Dauer der Kieferhöhlenentzündung zu verkürzen:

  • Flüssigkeit: Trinken Sie mindestens zwei bis drei Liter Tee oder Wasser pro Tag, um dem Körper genügend Flüssigkeit zur Verdünnung des Sekrets bereitzustellen3.
  • Wärme: Bestrahlen Sie Ihr Gesicht (vor allem die Wangen) zweimal täglich für zehn Minuten mit einer Infrarotlampe. Die Lampe steht hierbei etwa 40 Zentimeter vom Gesicht entfernt und die Augen sind geschlossen zu halten4.
  • Ruhe: Verzichten Sie während einer akuten Sinusitis maxillaris auf Sport und gönnen Sie Ihrem Körper viel Ruhe. Im Liegen sollte der Oberkörper leicht nach oben gelagert werden, um das Abfließen des Schleims zu erleichtern.
  • Inhalation: Wasserdampf wird mit Salz oder ätherischen Ölen (zum Beispiel Kamille, Salbei, Lavendel) versetzt und fünfmal pro Tag für etwa zehn Minuten eingeatmet. Die Schleimhäute können abschwellen und das Sekret verflüssigt sich.

Wird durch diese Maßnahmen über eine Dauer von etwa 14 Tagen hinweg keine Verbesserung der Symptome einer Kieferhöhlenentzündung erreicht, ist es möglich, die Nebenhöhle zu punktieren. Hierbei eröffnet der Arzt die Kieferhöhle oberhalb der oberen Eckzähne und führt einen dünnen Silikonschlauch ein, über den das Sekret abfließen kann. Anschließend erfolgt eine Spülung mit einer desinfizierenden Lösung oder Antibiotika5. Die Behandlung findet in der Regel unter örtlicher Betäubung statt.

Der Kiefernhöhlenentzündung vorbeugen

Menschen, die regelmäßig unter einer Sinusitis maxillaris leiden, sollten folgende Maßnahmen zur Vorbeugung treffen:

  • Das körpereigene Abwehrsystem stärken — durch viel Bewegung an der frischen Luft und eine ausgewogene Ernährung.
  • Die Nase bei Schnupfen sehr vorsichtig und mit wenig Druck putzen. Wer zu kräftigt schnäuzt, erzeugt einen Unterdruck und befördert den Schleim nicht nur ins Taschentuch, sondern auch in die Nebenhöhlen. Besser ist es, immer ein Nasenloch zuzudrücken und das andere durch vorsichtiges Schnäuzen zu reinigen.
  • Bei sehr kalten Temperaturen eine Mütze und einen Gesichtsschutz tragen — so bleiben Kopf und Wangen warm.
  • Allergien frühzeitig mit antiallergischen Mitteln bekämpfen, um die Ausbildung eines chronischen Schnupfens zu verhindern.

Die Ursache immer wiederkehrender Kiefernhöhlenentzündungen ist möglicherweise auch eine anatomische Veränderung im Bereich der Nase. Hier kann eine Operation Abhilfe schaffen.

Jana Welsner
Mail schreiben
Medizinredakteurin und Lebensmitteltechnologin
Themenvorschläge? Anregungen? Schreiben Sie uns!