Erkältungssymptome – erste Anzeichen, Dauer & Verlauf

1. Oktober 2019
10 Min.

Der Hals kratzt? Die Nase läuft? Diese und weitere Anzeichen sprechen für eine Erkältung. Die auch als grippaler Infekt bezeichnete Erkrankung trifft viele Menschen insbesondere in den kalten Monaten. Aber warum ist das so? Welche Beschwerden sind typisch – und vor allem: Wie lange halten sie an?

Frau mit Erkältungssymptomen trinkt Kaffee.

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Symptome und Verlauf einer Erkältung: Schnupfen und Co.

Grafik mit Verlauf und Symptome einer Erkältung.
Etwa ein bis zwei Tage nach einer Infektion treten die ersten Symptome einer Erkältung wie Kratzen im Hals oder Kopf- und Gliederschmerzen auf.
Betroffene bekommen nach zwei bis drei Tagen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Schnupfen.
Nach vier bis fünf Tagen haben Kopf- und Gliederschmerzen ihren Höhepunkt erreicht. Die Halsschmerzen nehmen langsam ab, während Schnupfen weiter bestehen kann.
Zum Ende der Erkältung entwickelt sich um den sechsten Tag zunächst trockener Reizhusten, der mit der Zeit in festsitzenden Husten übergeht. Nach neun Tagen sollte eine Erkältung allerdings überstanden sein.
Etwa ein bis zwei Tage nach einer Infektion treten die ersten Symptome einer Erkältung wie Kratzen im Hals oder Kopf- und Gliederschmerzen auf.
Betroffene bekommen nach zwei bis drei Tagen Halsschmerzen, Schluckbeschwerden und Schnupfen.
Nach vier bis fünf Tagen haben Kopf- und Gliederschmerzen ihren Höhepunkt erreicht. Die Halsschmerzen nehmen langsam ab, während Schnupfen weiter bestehen kann.
Zum Ende der Erkältung entwickelt sich um den sechsten Tag zunächst trockener Reizhusten, der mit der Zeit in festsitzenden Husten übergeht. Nach neun Tagen sollte eine Erkältung allerdings überstanden sein.

Während eine Grippe sich sehr plötzlich und mit heftigen Beschwerden zeigt, ist der Verlauf einer Erkältung (grippaler Effekt) ganz anders. Die Erkältung beginnt meist langsam und für viele kaum merklich. Anfangs tritt ein Kratzen im Hals auf, da sich die eingedrungenen Viren zunächst auf den Schleimhäuten des Mund- und Rachenraums ausbreiten und dort für eine Entzündung sorgen. Im weiteren Verlauf wandern diese hoch in den Nasenraum: Nach zwei bis drei Tagen kommt es zu einer triefenden oder verstopften Nase (Schnupfen) – und der grippale Effekt erreicht hier in der Regel bereits ihren Höhepunkt.


Ist ein grippaler Infekt abends schlimmer?

Viele Betroffene haben den Eindruck, dass Schnupfen und Co. abends schlimmer wären. Und das hat durchaus seine Berechtigung, denn: Einerseits variiert unsere Körpertemperatur im Laufe des Tages – abends ist diese in der Regel höher als nach dem Aufstehen. Andererseits läuft unser Immunsystem nachts zu Hochtouren auf. Es werden vermehrt immunaktive Stoffe ausgeschüttet, um die Krankheitserreger zu bekämpfen. Beschwerden wie Fieber fühlen sich nun stärker an.


Weitere Symptome einer Erkältung sind zudem:

Wie lange dauert eine Erkältung?

Nach circa einer Woche sind die schlimmsten Beschwerden einer Erkältung im Normalfall überstanden.1 Lediglich die Dauer von trockenem Reizhusten kann sich noch einige Tage länger hinziehen.

Sport und Erkältung

Die Frage, ob man mit triefender Nase und Halsschmerzen Sport treiben kann oder darf, ist heikel. Jedoch ist es in vielen Fällen ratsam, die Sportschuhe im Schrank zu lassen – und das so lange, bis man sich wieder fit fühlt. Denn wer sich nicht ausreichend auskuriert, riskiert Folgeerkrankungen wie eine Herzmuskel- oder Lungenentzündung. Gegen einen entspannten Spaziergang an der frischen Luft ist aber nichts einzuwenden.

Ursachen der Erkältung – “Achtung Viren“

Über 200 verschiedene Virentypen kommen als Auslöser eines grippalen Infekts infrage, so beispielsweise Rhino-, Adeno- oder Coxsackie-Viren. Kein Wunder also, wenn Erwachsene bis zu viermal im Jahr erkranken, und Kinder im Durchschnitt sogar acht Infekte jährlich haben.1

Übertragen werden die Erreger entweder per Tröpfcheninfektion, zum Beispiel beim Niesen, aber auch beim Sprechen und Husten. Oder über die Schmierinfektion, bei der kontaminierte Oberflächen (wie Türklinken oder Telefone) und auch das Händeschütteln eine Rolle spielen. Haften die Viren erst einmal an Ihren Händen, müssen sie nur noch Kontakt zur Schleimhaut bekommen – in der Regel die von Mund und Nase. Dort sorgen sie für eine Entzündung, die wiederum die lästigen Erkältungssymptome mit sich bringt.

Ansteckung und Inkubationszeit

Die Zeit von der Ansteckung bis zum Ausbruch der Krankheit (Inkubationszeit) beträgt zwei bis sieben Tage.2 Vor allem zu Beginn einer Erkältung sind Erkrankte selbst am ansteckendsten. Allerdings kann die Ansteckungsgefahr über den gesamten Zeitraum gegeben sein. Wie lange diese Phase genau anhält, lässt sich nicht pauschal sagen — sie ist abhängig vom eigenen Immunsystem sowie dem Virustyp.

Kälte als Ursache einer Erkältung?

Kälte ist — entgegen vieler Vermutungen — keine direkte Ursache einer Erkältung (grippaler Infekt). Trotz allem kann sie bei der Ansteckung mit Viren eine Rolle spielen. Wird das Wetter draußen nass, kalt und unfreundlich, schützt der Körper die wichtigen Organe (zum Beispiel das Herz) vor Wärmeverlust. In der Folge werden nicht nur Hände und Füße, sondern ebenso die Schleimhäute von Mund und Nase schlechter durchblutet. Die Immunabwehr patrouilliert dann nur noch vermindert. Die Folge: Erreger haben es leichter, sich einzunisten.

Doch nicht nur Kälte macht dem Immunsystem zu schaffen und kann es schwächen. Auch Vorerkrankungen, Stress oder zu wenig Schlaf fördern das Eindringen von Viren und können zur einer Erkältung führen.

Erkältet im Sommer – geht das?

Auch wenn ein grippaler Infekt in der kalten Jahreszeit Hochkonjunktur hat, ist es möglich, sich im Sommer bei heißen Temperaturen und schönstem Badewetter anzustecken. Beispielsweise dann, wenn die Immunabwehr bedingt durch eine zu kalt eingestellte Klimaanlage geschwächt ist. Für viele Betroffene ist die „Sommergrippe“ belastender als eine Erkältung im Winter, da die heißen Außentemperaturen noch eine zusätzliche Herausforderung für den Kreislauf darstellen.


Grippale Infekte haben ihre Ursache außerdem im vermehrten Erregerkontakt. Kommen Sie also oft in Berührung mit vielen Menschen oder arbeiten Sie dort, wo Sie häufigen, direkten Kontakt zu bereits erkälteten Personen haben (beispielsweise in einer Arztpraxis), ist die Wahrscheinlichkeit höher, dass Sie sich selbst eine Infektion der oberen Atemwege einfangen.

Gesund durch Herbst und Winter

Eine Erkältung erst gar nicht entstehen lassen – mit einigen Maßnahmen kann das gelingen. Doch was, wenn es Sie bereits erwischt hat? Auch hierfür haben wir Tipps parat. Lauschen Sie einfach unserem Podcast!

Wann muss ich zum Arzt?

Eine Frau mit Erkältungssymptomen schnäuzt sich

In der Regel bedarf es bei einer Erkältung keiner ärztlichen Behandlung. Allerdings gibt es Symptome, bei denen ein Arztbesuch durchaus angezeigt ist. Dazu gehören

  • hohes Fieber (über 39 Grad Celsius)3,
  • Atemnot (kann auf eine Lungenentzündung hindeuten),
  • starke Hals- oder Ohrenschmerzen (könnten Anzeichen einer Hals- oder Mittelohrentzündung sein),
  • heftige Muskel- und Gelenkschmerzen und
  • bei außergewöhnlicher Müdigkeit oder Abgeschlagenheit.

Es ist ebenfalls Vorsicht geboten, wenn sich beispielsweise die Erkältungssymptome nach sieben Tagen nicht gebessert oder gar verschlechtert haben. Darüber hinaus gibt es bestimmte Risikogruppen, bei denen ein Arztbesuch ratsam ist: Darunter fallen unter anderem Schwangere, die unter Fieber leiden, sowie Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen wie Asthmatiker. Gleiches gilt für Babys und Kleinkinder, die an einem hartnäckigen grippalen Infekt leiden.

Trotz Erkältung in die Arbeit?

Eine Frage, die sich wohl die meisten Arbeitnehmer schon einmal gestellt haben. Denn eigentlich hat man ja nur eine verstopfe Nase oder ein wenig Kopfschmerzen. Das ist nicht weiter schlimm, oder? Nun, unter Umständen kann es durchaus sinnvoll sein, der Arbeit fernzubleiben. Beispielsweise dann, wenn Sie sich sehr schlapp fühlen und Sorge haben, Ihre Kollegen anzustecken. Dann ist es meist besser, die Erkrankung in Ruhe auszukurieren und die Symptome entsprechend mit Medikamenten und Hausmitteln wie einer Dampfinhalation zu behandeln.

Elizabetha Noack
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Tanja Albert
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Medizinredakteurin
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