Bronchitis: Schmerzhafter Husten und brennende Lungen

29. August 2019
10 Min.

Husten ist in erster Linie ein wichtiger Schutzmechanismus und dient der gesunden Selbstreinigung unserer Atemwege. Es gibt aber auch Erkrankungen, die zu einer übermäßigen und schmerzhaften Steigerung der Hustentätigkeit führen – so zum Beispiel die Bronchitis. Doch ab wann ist von einer Bronchitis die Rede? Wie erfolgt die Ansteckung? Und welche Maßnahmen lindern die Beschwerden? Die Antworten darauf haben wir nachstehend für Sie zusammengefasst.

Mann mit Bronchitis beim Arzt hält sich beim Husten eine Hand auf die schmerzende Brust.


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Wissenswertes auf einen Blick:

  • Akute Bronchitis: Bei dieser Form sind die Symptome (wie schmerzhafter Husten) in der Regel nach einer Woche überstanden.1
  • Chronische Bronchitis: Hält sich eine Bronchitis länger als drei Monate an mindestens zwei aufeinanderfolgenden Jahren, ist die Entzündung chronischer Art2.
  • Sinubronchitis: Eine Bronchitis ist an sich schon lästig, sie kann aber auch in Kombination mit einer Nasennebenhöhlenentzündung (Sinusitis) auftreten.
  • Tracheobronchitis: Mit zwei Infekten haben auch Betroffene einer Tracheobronchitis zu kämpfen. Nämlich dann, wenn nicht nur die Bronchialschleimhaut betroffen ist, sondern auch die der Luftröhre.

Was unsere Bronchien leisten

Die Lunge ist durch den Aufbau und die Form der beiden großen Bronchien, dem rechten und dem linken Stammbronchus, bestimmt. Wie die Äste eines Baumes spalten sich diese beiden aus der Luftröhre in noch kleinere Äste und münden letztendlich in den feinsten Verzweigungen, den Bronchiolen. Das ganze System der Bronchien wird daher auch oft als Bronchialbaum bezeichnet. Die Bronchien sind Teil der Atemwege, sie

  • leiten sowie verteilen die eingeatmete Luft von der Luftröhre in die Lungenflügel und
  • erwärmen, befeuchten und reinigen die Atemluft.

Letzteres wird mit der Produktion von Schleim erzielt, welcher feine Staub- und Schmutzpartikel sowie abgestorbene Zellen aufnimmt und über die feinen Flimmerhärchen der Atemwegsschleimhäute in Richtung Mundraum transportiert. Mediziner nennen diesen Prozess mukoziliäre Clearance.

Ist der Schleim im Rachen angekommen, kann er heruntergeschluckt und im Magen vernichtet werden. Alternativ ist es auch möglich, dass dieser im Hals einen Hustenreflex auslöst, sodass das Sekret nach außen befördert wird. Dieser Reflex schützt außerdem vor Aspiration, dem Verschlucken von Fremdkörpern. Starker Hustenreiz kann neben seiner alltäglichen Funktion aber auch ein Symptom für eine Atemwegserkrankung beziehungsweise -reizung sein – wie im Fall der Bronchitis.

Wussten Sie schon:

Die akute Bronchitis gehört zu den häufigsten Atemwegserkrankungen. Von 100.000 Einwohnern sind pro Woche rund 80 Patienten davon betroffen. Im Winter kann sich die Zahl auch schon einmal verdoppeln.3

Was sind die Ursachen einer Bronchitis?

Bei etwa 90 von 100 Menschen ist die Ursache einer akuten Bronchitis ein viraler Infekt der Innenwand des Bronchialbaums, der die Luft in die Lunge befördert.4 Häufig tritt er während oder nach einer Erkältung auf.

eine Frau muss in der Ubahn husten, weil sie an einer Bronchitis erkrankt ist

In der Regel werden die Viren durch Tröpfcheninfektion (zum Beispiel Husten) oder Schmierinfektion (kontaminierte Gegenstände wie Türklinken) übertragen. Die Gefahr einer akuten Bronchitis-Ansteckung ist daher vor allem an öffentlichen Orten und bei Menschenansammlungen in geschlossenen Räumen, wie in öffentlichen Verkehrsmitteln, Schulen, Veranstaltungsorten und Büros, besonders hoch. Bis es zum Ausbruch kommt, vergehen in der Regel – abhängig vom Erregertyp – nur wenige Tage; beispielsweise beträgt die Inkubationszeit bei Adenoviren 5 bis 8 Tage.5

In den Bronchien lösen die Viren letztlich eine Entzündung aus. Die Zellen der Schleimhaut reagieren mit zunehmender Produktion von dickflüssigerem Schleim, sodass sich die Bewegung der Flimmerhärchen verlangsamt oder gar kein Sekret mehr abtransportiert werden kann. In der Folge staut es sich und wird vom Körper als Fremdkörper wahrgenommen. Nun kommt es zum typischen Hustenreiz, mit dessen Hilfe der Körper versucht, sich vom Schleim zu befreien.

Gut zu wissen!

Seltener sind Bakterien die Auslöser für eine akute Bronchitis. Sie treten eher bei einer nachfolgenden Infektion auf: Eine durch Viren verursachte Bronchitis reichert sich zusätzlich mit Bakterien an, welche sich dann auf der angegriffenen Bronchialschleimhaut ausbreiten. Ist dies der Fall, sprechen Mediziner von einer Super- oder Sekundärinfektion.

Anders als die akute Form, ist die chronische Bronchitis nicht durch eine Infektion bedingt, sondern stellt eine hartnäckige Entzündung der Atemwege dar. Deshalb ist diese auch nicht ansteckend. Zu einer Chronifizierung kann es kommen, wenn die akute Erkrankung nicht gut auskuriert wurde oder der Patient einer dauernden Belastung mit Schadstoffen ausgesetzt ist. Als Hauptursache gilt Zigarettenrauch; 90 Prozent aller Patienten sind oder waren Raucher.6 Daneben können auch andere Schadstoffe wie Abgase, giftige Dämpfe oder Luftverunreinigung zu einer chronischen Bronchitis führen.

Husten – typisches Symptom einer Bronchitis

Zu Beginn leiden Betroffene einer akuten Bronchitis unter einem starken, trockenen Husten, der oftmals mit Schmerzen hinter dem Brustbein einhergeht. In der Regel wird der trockene Husten von Schnupfen begleitet. Kommt es zu einer Ausbreitung der Viren auf den gesamten Körper, sind weitere Erkältungsbeschwerden wie

Im weiteren Verlauf entwickelt sich der trockene Husten zu einem produktiven Husten (mit Auswurf) – es kommt zum Abhusten von Schleim. Der Betroffene leidet zudem durch die mit der Bronchitis einhergehende Reizung der Schleimhäute an Atemwegs- und Schluckbeschwerden.

Die chronische Form der Bronchitis ist wiederkehrend, das heißt, dass Betroffene immer wieder an Symptomen wie Hustenreiz leiden. Sie weisen zudem eine

  • erschwerte Ausatmung,
  • ein Engegefühl in der Brust,
  • hörbare Atemgeräusche und
  • häufiger auftretende Atemnot auf.
Gut zu wissen:

Sollten sich die Symptome einer akuten Bronchitis nicht spätestens nach vier Wochen verbessert haben, verschlimmern sie sich plötzlich oder kommt gar Atemnot hinzu, sollten Sie einen Arzt aufsuchen.1 Dieser kann abklären, ob die Bronchitis bereits chronisch wird oder ob eine bakterielle Infektion zur viral ausgelösten Bronchitis dazugekommen ist (Super- beziehungsweise Sekundärinfektion).

Linderung bei Bronchitis-Husten: Das kann helfen

In den meisten Fällen klingen die Beschwerden einer akuten Bronchitis ohne spezielle Behandlung [https://www.erkaeltung-abwehren.de/husten/bronchitis/behandlung/] etwa innerhalb einer Woche ab. Trotzdem können Sie Ihrem Körper etwas Gutes tun und ihn bei der Heilung unterstützen. Probieren Sie doch einmal folgende Maßnahmen aus:

  • Im Rahmen einer Bronchitis-Behandlung haben sich schleimlösende Medikamente bei produktivem Husten bewährt.
  • Hustensäfte und Lutschtabletten erleichtern den trockenen Husten und mildern den bei einer akuten Bronchitis vorherrschenden, schmerzhaften Reiz.
  • Wohltuend sind auch Hausmittel wie Erkältungsbäder, Dampfinhalationen oder das Gurgeln mit Salzwasser.
  • Des Weiteren sollten Sie sich Ruhe gönnen, damit Ihr Körper sich von der Infektion komplett erholen kann und die Entzündung der Atemwege nicht chronisch wird.

Die Beschwerden einer chronischen Bronchitis können ebenfalls mit den oben genannten Maßnahmen abgemildert werden. Vor allem Schleimlöser und bronchienerweiternde Medikamente sind angebracht, da sie eine Entspannung der glatten Muskulatur in den Wänden der Bronchien bewirken. Dadurch erfolgt die Erweiterung der Atemwege und somit eine Verbesserung der Lungenfunktion in Hinblick auf Sauerstoffversorgung und Selbstreinigung.

Sind Antibiotika angezeigt?

Da die Ansteckung mit einer akuten Bronchitis in erster Linie durch eine Vireninfektion erfolgt, ist die Behandlung mit Antibiotika nicht sinnvoll. Auch bei einer chronischen Bronchitis liegt die Ursache nicht in einem bakteriellen Befall, weshalb die Einnahme solcher Medikamente nicht angezeigt ist. Erst wenn nachweislich Bakterien die Krankheitsüberträger sind oder eine zusätzliche bakterielle Infektion (Super- beziehungsweise Sekundärinfektion) auf der viralen aufbauend vorliegt, verschreibt der Arzt in der Regel Antibiotika.

Einer Ansteckung vorbeugen – das können Sie tun

Um eine Bronchitis-Ansteckung zu verhindern, können Ihnen folgende Schutzmaßnahmen helfen:

  • gründliches und häufiges Händewaschen, um Krankheitserreger zu entfernen
  • insbesondere in der Erkältungszeit Händeschütteln und das Anfassen von viel genutzten Gegenständen sowie Oberflächen vermeiden
  • gesunde Ernährung, Bewegung und ausreichende Flüssigkeitszufuhr zur Stärkung der Abwehrkräfte
  • regelmäßiges Lüften für ein besseres Raumklima mit optimaler Luftfeuchtigkeit
  • Belastungen für den Körper und vor allem für die Lungen reduzieren, zum Bespiel das Rauchen einstellen
Carolin Stollberg
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Tanja Albert
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