Grippeimpfung: Schutz gegen Influenza

10. November 2011
3 Min.

Beim Thema Impfung scheiden sich die Geister. Die Debatten werden besonders kontrovers, wenn es um die Grippeimpfung geht. Denn der Erreger der Viruserkrankung verändert sich ständig, wodurch man die Impfung jedes Jahr auffrischen müsste. Wer sollte sich 2018 gegen die Grippe, auch Influenza genannt, impfen lassen und wer trägt die Kosten? Erfahren Sie jetzt die wichtigsten Fakten zur Grippeschutzimpfung.

Jedes Jahr ein neuer Impfstoff für die Grippeimpfung

Spritze bereit um gegen Grippe zu impfen

Die Weltgesundheitsorganisation WHO überprüft fortlaufend die Art und die Verbreitung der Grippeviren und gibt jedes Jahr an, für welchen Erreger Impfstoffe hergestellt werden müssen. Das gilt auch für die Influenza. Der Virus gehört zu den gefährlicheren Infektionskrankheiten, daher ist es ratsam, sich in der Grippezeit über eine Grippeimpfung Gedanken zu machen. Allerdings genügt es nicht, sich nur einmal impfen zu lassen, wie etwa bei der Impfung gegen Windpocken. Influenzaviren verändern sich ständig, deshalb muss die Grippeschutzimpfung jedes Jahr aufgefrischt werden.

Grippeschutzimpfung: pro oder contra?

Wird ein Grippeimpfstoff gespritzt, löst das beim Geimpften eine Reaktion des Immunsystems aus, in deren Folge Antikörper gegen den Virus produziert werden. Das ist eine Art Testlauf für den Körper. Kommt er mit dem richtigen Grippevirus in Kontakt, erinnert sich das Immunsystem an den Erreger und kann ihn im besten Falle gezielt bekämpfen.

Eine Impfung gegen Influenza bietet zwar keinen hundertprozentigen Schutz vor einer Infektion, dennoch verläuft die Erkrankung bei Geimpften, sollte es zu einer Infektion kommen, weniger drastisch als bei Menschen ohne Impfung. Daher lohnt es sich, eine Grippeschutzimpfung in Erwägung zu ziehen, zumal sie die einzige Möglichkeit ist, sich vor der Grippe zu schützen – abgesehen von den üblichen Hygieneempfehlungen zur Vermeidung von Infektionskrankheiten. Viele Impfgegner schrecken vor einer Impfung jedoch zurück, da sie Nebenwirkungen fürchten. Diese Angst ist aber nicht nötig. Denn eine Grippeimpfung wird von den meisten Menschen gut vertragen. Bei manchen Geimpften treten Nebenwirkungen auf, die aber in der Regel unkompliziert sind und folgenlos bleiben wie:

  • Rötung und Schwellung der Einstichstelle
  • leichtes Fieber
  • Abgeschlagenheit
  • Schmerzen an Kopf und Gliedern
  • Die möglichen Begleiterscheinungen der Impfung gehen nach ein bis zwei Tagen vorüber.1

    Fakten zu Influenzaviren

    • Influenzaviren lösen die Grippe aus
    • die Ansteckung verläuft wie bei Erkältungen hauptsächlich über Sekrettröpfchen beim Husten, Niesen und Sprechen (Tröpfcheninfektion)
    • allgemein gibt es drei Virentypen: Typ A, B und C
    • durch eine zufällige Veränderung der Oberflächenmoleküle des Virus wird eine jährliche Anpassung des Impfstoffes nötig

    Die echte Grippe – eine reale Gefahr

    Die echte Grippe ist gefährlicher als eine überwiegend harmlose Erkältung. Allein in der Grippesaison der Jahre 2014 und 2015 verstarben in Deutschland geschätzt 21.300 Patienten an der Grippe und ihren Folgen2. Wieso fordert die Grippe so viele Opfer?
    Der Körper eines rundum gesunden Menschen kommt mit einer Grippe normalerweise zurecht und erholt sich wieder von der Krankheit. Anders verhält es sich, wenn der Gesundheitszustand schon vor der Grippe strapaziert war. Etwa für einen chronisch kranken oder älteren Menschen, dessen Immunsystem ohnehin geschwächt ist, sind die oft plötzlich auftretenden Symptome einer Grippe wie

    Das Immunsystem ist während einer Grippe anfälliger. Aus dem Grund haben andere Erreger wie Bakterien leichteres Spiel, eine zusätzliche Infektion auszulösen. Mediziner sprechen dann von einer Superinfektion, die meist noch schwerwiegender verläuft als die Erstinfektion. Und auch Folgeerkrankungen einer Grippe wie eine Lungen- oder gar eine Herzentzündung können in seltenen Fällen auftreten.

    Gibt es Impfstoffe gegen Erkältungen?

    Gegen eine normale Erkältung gibt es leider keine Impfung. Zwar können generell Impfstoffe gegen Viren hergestellt werden, jedoch wechseln die Krankheitserreger ihre Eigenschaften so schnell, dass es nicht möglich ist, einen passenden Impfstoff herzustellen. Außerdem gibt es über 200 verschiedene Erkältungsviren, die eine Erkältung auslösen können3. Eine Impfung wäre aus dem Grund nicht sinnvoll.

    Wem wird eine Grippeimpfung empfohlen?

    Die Ständige Impfkommission (STIKO), ein vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) berufenes, unabhängiges Expertengremium, aktualisiert jährlich die Empfehlungen zu Impfungen. Nicht für jeden haben die Experten eine Empfehlung für die Grippeimpfung ausgesprochen. Es gibt aber einige Risikogruppen, bei denen die Influenza einen schweren Verlauf nehmen und mitunter lebensbedrohlich verlaufen kann und für die es in jedem Fall ratsam ist, die Impfung beim Hausarzt in Anspruch zu nehmen4. Für das Jahr 2018 empfiehlt die STIKO eine Grippeimpfung diesen Risikogruppen:

    • Menschen über 60
    • Gesunden Schwangeren ab dem zweiten Trimester (ab dem vierten Schwangerschaftsmonat). Sind Grundleiden wie etwa Asthma oder Diabetes bei der Schwangeren vorhanden, sollte eine Grippeimpfung schon im ersten Trimester stattfinden.
    • Personen jeden Alters, das heißt auch Kindern und Jugendlichen, mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung aufgrund eines Grundleidens (dazu zählen chronische Kranke etwa mit chronischen Atemwegserkrankungen wie Asthma).
    • Bewohner von Alten- oder Pflegeheimen

    Warum wird diesen Gruppen die Grippeschutzimpfung empfohlen? Häufig ist das Immunsystem dieser Menschen sehr anfällig, und sie fangen sich eine Infektion mit Influenzaviren schneller ein als Gesunde.
    Auch den Menschen, die beruflich viel in Kontakt mit erkrankten Personen kommen, zum Beispiel Krankenpflegern oder Ärzten, wird angeraten, sich gegen Influenza impfen zu lassen. Das Gleiche gilt für Menschen, die in direkten Kontakt mit Geflügel oder Wildvögel kommen, da es zu gefährlichen Doppelinfektionen mit der Vogelgrippe kommen kann.

    Gut zu wissen: Die Eindämmung des Grippevirus ist laut Experten auch deshalb schwierig, da viele Erkrankten kaum Symptome haben und trotzdem die Viren verbreiten können. Aus dem Grund kann eine Grippeimpfung auch Sinn machen, um andere zu schützen.

    Der richtige Zeitpunkt und die Kosten der Grippeimpfung

    Der richtige Zeitpunkt für die Impfung gegen Grippe liegt im Herbst von September bis November. Bis die Impfung wirkt, dauert es zwischen zehn und vierzehn Tagen5. Mit dem Einsetzen der Grippewelle ist meist im Winter zu rechnen. Die Kosten für die Grippeschutzimpfung übernehmen nicht alle Krankenkassen. Ob Ihre Kasse die Kosten trägt, fragen Sie daher am besten an. Wenn Sie die Grippeschutzimpfung selbst zahlen müssen, kommen circa 20 bis 35 Euro für den Impfstoff und die Injektion durch den Arzt auf Sie zu.

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