Trockener Husten und Schmerzen in der Brust: Typische Bronchitis-Symptome

23. August 2018
7 Min.

Wer schon einmal selbst unter ihr gelitten hat, weiß, wie schmerzhaft und kräftezerrend ihre Symptome ausfallen können: Die Bronchitis ist eine der häufigsten Atemwegserkrankungen. Meist tritt sie zusammen mit einer Erkältung oder Grippe auf, sie kann aber auch durch äußere Faktoren wie Zigarettenrauch, kalt-feuchtes Wetter und Luftverschmutzung begünstigt werden. Grundsätzlich handelt es sich um eine Entzündung der Schleimhäute der Bronchien. Hier erfahren Sie, was die typischen Bronchitis-Symptome sind und wie es genau zu diesen Atemwegsbeschwerden kommt.


Übersicht


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Was Bronchien leisten

Die Lunge ist durch den Aufbau und die Form der beiden großen Bronchien, dem rechten und dem linken Stammbronchus, bestimmt. Wie die Äste eines Baumes spalten sich diese beiden aus der Luftröhre in noch kleinere Äste und münden letztendlich in den feinsten Verzweigungen, den Bronchiolen. Das ganze System der Bronchien wird daher auch oft als Bronchialbaum bezeichnet.

Hustender Mann beim Arzt hält sich eine Hand auf die schmerzende Brust

Die Bronchien sind Teil der Atemwege und leiten sowie verteilen die eingeatmete Luft von der Luftröhre in die Lungenflügel. Neben der einfachen Weiterleitung gehört es auch zu den Aufgaben der Bronchien, die Atemluft zu erwärmen, anzufeuchten und zu reinigen. Letzteres wird mit der Produktion von Schleim erzielt, welcher feine Staub- und Schmutzpartikel sowie abgestorbene Zellen aufnimmt und über die feinen Flimmerhärchen der Atemwegsschleimhäute in Richtung Mundraum transportiert. Mediziner nennen diesen Prozess mukoziliäre Clearance.

Ist er im Rachen angekommen, kann der Schleim heruntergeschluckt und im Magen vernichtet werden oder er löst im Hals einen Hustenreflex aus, sodass das Sekret nach außen befördert wird. Dieser Reflex schützt außerdem vor Aspiration, dem Verschlucken von Fremdkörpern. Starker Hustenreiz kann neben seiner alltäglichen Funktion aber auch ein Symptom für eine Atemwegserkrankung beziehungsweise -reizung sein (zum Beispiel im Fall einer Bronchitis).

Wie funktioniert Husten?

  1. Zunächst wird tief eingeatmet und der Atem angehalten, um die Luft in der Lunge besser zu verteilen.

  2. Die Muskeln zwischen Rippen und Magenwand ziehen sich beim Schließen des Rachens zusammen und eine starke Druckerhöhung im Brustkorb entsteht.

  3. Der Rachen öffnet sich schlagartig wieder, die eingeschlossene Luft wird explosionsartig freigesetzt und Sekret durch die starke Beschleunigung (bis zu 200km/h1) aus den Atemwegen nach außen katapultiert.

Was sind die Ursachen einer Bronchitis?

Bei etwa 90 von 100 Menschen ist die Ursache einer akuten Bronchitis eine virale Infektion der Innenwand des Bronchialbaums, der die Luft in die Lunge befördert.2 Typische Erkältungsviren sind zum Beispiel Rhino-, Adeno- und Coronaviren. Besonders starke Atemwegsentzündungen können zudem Influenzaviren (Grippeerreger) und das Respiratory Syncytial Virus (RSV) auslösen. In der Regel werden die Viren durch Tröpfchen- oder Schmierinfektion von Mensch zu Mensch übertragen.

Die Krankheitserreger gelangen beim Niesen, Husten und Sprechen durch winzig kleine Speicheltröpfchen in die Umgebungsluft und können so von anderen Menschen eingeatmet werden (Tröpfcheninfektion). Oder aber sie dringen über den direkten Kontakt mit infizierten Händen und Gegenständen durch die Schleimhäute in den Organismus ein (Schmierinfektion). In den Bronchien lösen sie dann eine Entzündung aus. Die Zellen der Schleimhaut reagieren mit zunehmender Produktion von dickflüssigerem Schleim, sodass die Flimmerhärchen verlangsamen oder gar kein Sekret mehr abtransportiert werden kann.

Seltener sind Bakterien die Ursache für eine akute Bronchitis. Sie treten eher bei einer nachfolgenden Infektion auf: Eine durch Viren verursachte Bronchitis reichert sich zusätzlich mit Bakterien an und breitet sich auf der angegriffenen Schleimhaut aus. Hier spricht man von einer Super- oder Sekundärinfektion. Eine plötzliche wieder eintretende Verschlechterung des Gesundheitszustandes kann ein Anzeichen dafür sein.

In Ausnahmefällen ist die Bronchitis-Ursache in der Ansteckung mit Pilzen zu finden. Dies passiert nur bei Patienten mit sehr geschwächtem Immunsystem.

Schreitet die Entwicklung der Krankheit sehr schnell voran und treten die Symptome nur für eine kurze Zeit (eine Woche bis maximal vier Wochen)3 auf, so wird von einer akuten Bronchitis gesprochen. Hält sich eine Bronchitis hartnäckig länger als drei Monate am Stück und kehrt sie jährlich oder noch häufiger wieder, ist die Entzündung chronischer Art.4 Zu einer Chronifizierung kann es kommen, wenn eine akute Bronchitis nicht gut auskuriert wurde oder der Patient einer dauernden Belastung mit Schadstoffen wie Zigarettenrauch, Abgasen, Chemikalien oder Staub ausgesetzt ist.

Was sind die Symptome einer Bronchitis?

Betroffene leiden bei einer Bronchitis unter einem starken und schmerzhaften Husten, der zunächst trocken ist. Im weiteren Verlauf kommt es zum Abhusten von Schleim, der zunehmend produziert wird (produktiver Husten). Des Weiteren zählen zu den typischen Bronchitis-Anzeichen:

In manchen Fällen treten als Anzeichen für eine Bronchitis noch Fieber und Kurzatmigkeit auf.

Mediziner unterscheiden über die Symptome zwei Bronchitis-Arten, eine akute und eine bereits chronisch gefestigte Bronchitis:

Akute Bronchitis: Chronische Bronchitis:
  • Schnupfen
  • Husten, meist trockener Reizhusten, im weiteren Verlauf mit Auswurf
  • Überempfindlichkeit der Atemwege
  • Halsschmerzen und Schluckbeschwerden
  • pfeifende Atemgeräusche (Giemen)
  • (leichtes) Fieber, Kopf- und Gliederschmerzen, Müdigkeit und allgemeine Abgeschlagenheit möglich
  • Beschwerden sollten sich innerhalb von einer Woche bessern5
  • trockener Husten, Hustenreiz
  • Auswurf, besonders am Morgen
  • erschwerte Ausatmung
  • hörbare Atemgeräusche (Giemen, Pfeifen, Brummen)
  • Atemnot, vor allem unter Belastung
  • Engegefühl in der Brust
  • Beschwerden halten über drei Monate am Stück in zwei aufeinanderfolgenden Jahren an4

Die entscheidenden Symptom-Unterschiede zwischen akuter und chronischer Bronchitis ist das Auftreten von klassischen Erkältungsanzeichen, wie Schnupfen, Schluckbeschwerden und Halsschmerzen, welche mit der akuten Bronchitis einhergehen. Ein weiterer Punkt ist die Dauer der Erkrankung, die sich bei einer chronischen Bronchitis über Monate und sogar Jahre ziehen kann.

Sollten sich die Symptome einer akuten Bronchitis nicht spätestens nach vier Wochen verbessert haben, verschlimmern Sie sich plötzlich oder kommt gar Atemnot hinzu, sollten Sie einen Arzt aufsuchen. Dieser kann abklären, ob die Bronchitis bereits chronisch wird oder ob eine bakterielle Infektion zur viral ausgelösten Bronchitis dazugekommen ist (Super- bzw. Sekundärinfektion).

Carolin Stollberg
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Medizinredakteurin