Antibiotika und andere Medikamente bei Erkältung

24. August 2018
14 Min.

Wer kennt das nicht? Die ersten Anzeichen wie Halsschmerzen und Schnupfen kündigen sich schon an – da kommt eine Erkältung auf uns zu. Ärgerlich, doch manchmal ist man nicht gefeit vor einer kursierenden Infektion, vor allem in der kalten Jahreszenit. Jetzt gilt es schnell zu reagieren, um die sich anbahnende Erkältung zu stoppen. Viele Betroffene denken bei diesen Symptomen sofort an die Einnahme von Antibiotika, vermeintlich das am schnellsten und effektivsten wirkende Medikament. Doch ist diese Annahme berechtigt? Und welche Erkältungsmittel gibt es als Alternativen? Hier erfahren Sie, wann Antibiotika wirken und welche Medikamente und Hausmittel noch bei einer Erkältung zum Einsatz kommen können.

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Das „Wundermittel“ Antibiotika – auch bei Erkältung?

Mann sitzt dick eingemummelt mit einer Tasse Tee im Bett

Im Jahre 19281 entdeckte Alexander Fleming das Penicillin. Fortan konnten antimikrobielle („gegen Mikroorganismen gerichtete“) Medikamente gegen Infektionen verabreicht und Krankheiten, die zuvor mitunter tödlich endeten, behandelt werden. Seitdem es Antibiotika gibt, leben Menschen länger. Doch leider entwickeln Bakterien heutzutage immer öfter Resistenzen, also Widerstandsfähigkeiten – und das vorherige „Wundermittel“ wirkt plötzlich nicht mehr. Gründe sind, dass Antibiotika falsch angewendet, nicht über den gesamten vorgesehenen Zeitraum eingenommen und viel zu häufig verschrieben werden. Es ist mittlerweile soweit, dass die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits vor einer „postantibiotischen Ära“ warnt, in welcher eine einfache Infektion wieder zur tödlichen Gefahr werden könnte.2

Darf’s ein bisschen mehr sein?

Das Ergebnis einer Forsa-Umfrage bestätigt eine Überversorgung mit Antibiotika: Ein Drittel der Befragten gab an, in den letzten zwölf Monaten mindestens einmal ein Antibiotikum verschrieben bekommen zu haben.3 Die Umfrage zeigt außerdem die ungerechtfertigte Verordnung von Antibiotika, denn sie wurden zum Beispiel bei Bronchitis, Erkältung und Husten verschrieben, die allesamt eher durch Viren verursacht werden, gegen die Antibiotika nicht wirken. Werden diese Medikamente trotzdem eingenommen, zum Beispiel bei einer einfachen, viral ausgelösten Erkältung, können sie zu stärkeren Wechsel- und Nebenwirkungen als ohnehin schon führen und das Entstehen von resistenten Keimen fördern.

Viele Patienten sind sich des Anwendungsbereichs von Antibiotika nicht bewusst, vier von zehn Befragten denken, dass Antibiotika auch bei einer viral bedingten Erkältung helfen.4 Sie fordern daher häufig von ihrem behandelnden Arzt regelrecht ein Rezept ein, um möglichst schnell wieder fit zu werden – und erhalten es tatsächlich in viel zu vielen Fällen.

Bei einer Erkältung sind überwiegend Viren für die Ansteckung verantwortlich, Bakterien-Infektionen kommen seltener vor und setzen eher an bereits bestehenden Erkrankungen an (sekundäre bakterielle Infektion). Erkennbar wird das an einem plötzlichen Wiederauftreten von zuvor zurückgegangenen oder von komplett neu dazukommenden Beschwerden. Sollte Ihr Arzt also eine bakterielle Infektion diagnostizieren, können Ihnen Antibiotika bei sachgerechter Einnahme beim Genesungsprozess helfen. Allerdings sind in der Regel bei einer klassischen Erkältung Viren nachweisbar, welchen nicht mit einem Antibiotikum zu begegnen ist.

Auf einen Blick:

  • Antibiotika kommen bei der Behandlung von bakteriellen Infektionen zum Einsatz.
  • Antibiotika wirken nicht bei reinen Virusinfekten.
  • Daher sollte bei einer Erkältung („grippaler Infekt“) vorher festgestellt werden, ob überhaupt eine bakterielle Infektion vorliegt, da ansonsten auf eine Antibiotika-Therapie verzichtet werden sollte.
  • Um im Falle von Bakterien mit dem wirksamsten Antibiotikum behandeln zu können, sollte möglichst ein Erregernachweis mit Resistenzbestimmung (Antibiogramm) gemacht werden.
  • Nehmen Sie ein verordnetes Antibiotikum so lange und genau wie verschrieben ein.

Passende Erkältungsmittel bei unterschiedlichen Symptomen

Je nachdem, wo sich die Erkältungsviren ansiedeln und vermehren, spricht man von verschiedenen Infektionen: Breiten sich die Viren vor allem in den Schleimhäuten der oberen Atemwege (Nase, Mundraum und Rachenbereich bis zum Kehlkopf) aus, lösen sie dort einen Schnupfen (Rhinitis), eine Rachenentzündung (Pharyngitis) oder eine Kehlkopfentzündung (Laryngitis) aus. Dringen sie bis zu den unteren Atemwegen vor (unterhalb des Kehlkopfes) ist eine Entzündung der Luftröhre (Tracheitis), eine Entzündung der Bronchien (Bronchitis) oder gar eine Lungenentzündung (Pneumonie) möglich. Unterschiedliche Infektionen bringen verschiedene Symptome mit sich und so bedarf es jeweils einer zielgerichteten Behandlung. Der Einsatz von Antibiotika bei einer klassischen, durch Viren bedingten Erkältung ist dabei nicht ratsam und gegen die Entzündungen wirkungslos.

Gut zu wissen: Es kommt häufig vor, dass sich Krankheitserreger von den oberen Atemwegen noch auf die unteren ausbreiten. In solchen Fällen spricht man von einem Etagenwechsel.

    Die häufigsten Erkältungsviren:

  • Adenoviren
  • Coronaviren
  • Para-Influenza-Viren
  • Rhinoviren
  • RS-Viren (Respiratory-Syncytial-Virus)
  • ECHO-Viren
  • Reoviren
  • Enteroviren

Erkältung: Medikamente zur Behandlung

Erkältungsviren verursachen Entzündungen im Rachen und den Bronchien und sorgen für einen zunächst trockenen Hustenreiz. Der bei einer Erkältung später häufig gebildete Schleim kann dann schwer oder gar nicht abgehustet werden. Hier braucht es schleimlösende Medikamente: Es gibt chemische wie ACC (Acetylcystein) und pflanzliche, bei dem die Inhaltsstoffe aus Eukalyptusblättern, Efeu, Thymian und Primelwurzel im Einsatz sind. Die Extrakte aus Isländisch Moos, Eibisch und Malvenblüte sind besonders wohltuend bei starkem, vor allem trockenen Hustenreiz.

Wenn die Nase ständig läuft und die Schleimhaut angeschwollen ist, können abschwellende Nasensprays helfen. Gefäßverengende Wirkstoffe, wie

  • Xylometazolin,
  • Oxymetazolin,
  • Naphazolin,
  • Tramazolin,
  • Tetryzolin und
  • Phenylephrin
führen dazu, dass die Schleimhäute weniger durchblutet werden. Doch sollten solche Sprays nur etwa fünf Tage5 angewandt werden, ansonsten droht eine Rhinitis medicamentosa, also eine chronische Schwellung der Nasenschleimhaut. Ein Gewöhnungseffekt stellt sich ein und es wird immer mehr von dem abschwellenden Mittel gebraucht, um befreit durchatmen zu können. Sprays auf Salzwasserbasis haben diesen Effekt nicht. Zur zusätzlichen Nasenpflege eignen sich Sprays mit Dexpanthenol oder Hyaluronsäure, denn diese Inhaltsstoffe sind schleimhautschützend sowie wundheilungsfördernd und beschleunigen so den Heilungsprozess.

Gegen lästige Halsschmerzen und Heiserkeit können Sie in der Apotheke spezielle Lutschtabletten und Sprays kaufen. Sogenannte Lokalanästhetika betäuben den Hals- und Rachenraum und mildern so die Schmerzen. Aber auch mit natürlichen Erkältungsmitteln kann man viel Erleichterung gewinnen: Bewährte Heilpflanzen, wie Isländisch Moos, Spitzwegerich, schwarzer Holunder, Eisenkraut und Malve können gegen Halsschmerzen in Form von Lutschtabletten angewendet werden.

Sollte als Symptom Fieber dazukommen, brauchen Sie dieses nicht direkt mit Medikamenten senken, denn in erster Linie ist Fieber ein natürlicher Abwehr- und Heilungsprozess, welcher nicht unterbrochen werden sollte. Temperaturen bis 39 Grad bewegen sich noch im normalen Rahmen,6 steigt das Fieber über 40 Grad, ist es hingegen ratsam, einen Arzt aufzusuchen.7 Fieber muss also nicht ab einer bestimmten Temperatur routinemäßig gesenkt werden. Doch kann Fieber auch sehr unangenehm sein und andere Begleiterscheinungen mit sich bringen: Appetit- und Durstlosigkeit, Schlappheit, Kopfschmerzen und Schlafprobleme. Ist die Belastung zu groß, bietet es sich je nach Gesundheitszustand an, die Wirkung fiebersenkender Medikamente bei einer Erkältung zu nutzen. Ibuprofen und Paracetamol bekämpfen das Fieber, sind schmerzlindernd und entzündungshemmend. Erwachsene können auch Acetylsalicylsäure einnehmen. Diese Präparate lindern zusätzlich noch Kopf- und Gliederschmerzen.

Haus- und andere Erkältungsmittel

Typisches Anzeichen für eine sich anbahnende Erkältung ist das Gefühl von Kälte. Diesem sollte man nachgehen und sich warm einpacken. Auch Wärmflaschen können wohlige Wärme bringen. Das Trinken von Tee wärmt hingegen hervorragend von Innen. Heiße Erkältungsbäder beinhalten häufig ätherische Öle, wie zum Beispiel Eukalyptus-, Anis- oder auch Fichtennadelöl, die zusätzlich die Atemwege freier machen. Vorsicht ist jedoch unbedingt bei Kindern geboten, denn die Kleinen reagieren sehr viel empfindlicher auf diese Substanzen: Atemnot, Krämpfe oder Bewusstseinsveränderungen können die Folgen sein!

Während die Betroffenen beim Fieberanstieg frieren und sich warm einpacken wollen, ist bei stabilem Fieber leichte Kleidung besser angebracht. Es braucht nun keine „unterstützenden“ Maßnahmen mehr zur Temperaturankurbelung. Meist wird zusätzliche Wärmezufuhr hier auch eher als unangenehm und stärker belastend empfunden.

Sie sollten viel Flüssigkeit zu sich nehmen, nicht nur bei Fieber, um die Schleimhäute feucht zu halten. Warme Getränke, wie zum Beispiel Holunder-, Ingwer-, Lindenblüten-, Kamillen-, Thymian- und Efeutee, sind besonders wohltuend. Sie können genauso gut Salbeitee trinken, wobei sich dieser auch hervorragend zum Gurgeln gegen Halsschmerzen anbietet. Alternativ kann hier auch warmes Salzwasser helfen.

Ein weiteres Erkältungsmittel, um die Atemwege feucht zu halten, ist das Inhalieren. Kamille, Eukalyptus und Salbei zeigen auch hier als Dampf ihre Wirkung. Regelmäßiges Lüften sorgt ebenfalls für eine gesunde Raumluftfeuchtigkeit und für einen Austausch zwischen frischer und mit Krankheitserregern belasteter Luft.

Schmackhafte Erkältungsmittel

Auch Lebensmittel können einen heilungsfördernden Effekt haben und werden immer wieder als Erkältungsmittel angepriesen: Besonders beliebt ist hier die klassische Hühnersuppe, die von innen Wärme schenkt, sättigt und damit spürbar stärkt. Die entzündungshemmende Wirkung des Eiweißstoffes Cystein lässt die Schleimhäute abschwellen.

Honig bringt Erleichterung bei schmerzhaftem Reizhusten und lässt sich ganz einfach mit der Flüssigkeitsaufnahme verbinden, indem Tee damit gesüßt wird. Ansonsten tut es auch ein pur eingenommener Löffel Honig zwischendurch. Ingwer wie auch Chili heizen ein, regen die Durchblutung an und haben zudem einen von Schleim befreienden Effekt.

Ruhe und Erholung fördern die Genesung

Eine Erkältung ist immer eine stressige Zeit für Ihren Körper und vielleicht auch analoger Ausdruck Ihrer derzeitigen Lebenssituation, in der es gerade turbulent zugeht und Sie wenig Ruhe finden. Daher ist es besonders wichtig, sich Zeit zu nehmen, um wieder richtig gesund zu werden. Häufig wird eine Erkältung nicht ernst genommen und nicht ausreichend kuriert. Das hat Konsequenzen für die eigene Gesundheit, denn es birgt die Gefahr, dass Erkrankungen verschleppt werden, kann aber auch negative Folgen für Ihre Mitmenschen haben. Diese können sich schnell bei Ihnen anstecken und im Alltag ausfallen. Versuchen Sie auf jeden Fall nicht nur sich selbst, sondern auch die Menschen in Ihrer Umgebung durch gesunde Hygienemaßnahmen, wie regelmäßiges Händewaschen, in die Armbeuge husten und in ein Taschentuch niesen, zu schützen.

Bleiben Sie ein paar Tage zuhause, schlafen Sie viel, vermeiden Sie Stress und gönnen Sie sich Ruhe. Denn nur wer ausreichend erholt ist, kann am Ende wirklich wieder fit und leistungsfähig in den Alltag starten.

Schützende Erkältungsmittel und Tipps

Vorsorge ist bekanntlich besser als Nachsorge und so wollen wir Ihnen noch ein paar Tipps mit an die Hand geben, wie Sie einer Erkältung vorbeugen oder schon bei den ersten Anzeichen entgegenwirken können – damit Sie gar nicht erst zu irgendwelchen Medikamenten und Erkältungsmitteln greifen müssen. Sorgen Sie für sich, das heißt, übernehmen Sie Verantwortung für Ihre körperliche und mentale Gesundheit. Ausreichend Bewegung, möglichst viel Zeit an der frischen Luft, gesunde Ernährung und regelmäßige Erholungsphasen tragen wesentlich dazu bei. Achten Sie im Alltag auf einen hygienischen Umgang mit Ihren Mitmenschen. Wenn Sie diese Tipps beachten, haben Sie schon viel gewonnen und können rechtzeitig auf Veränderungen Ihres Gesundheitszustandes reagieren.

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Es gibt tatsächlich auch Erkältungsmittel, die Sie schon vor der Entstehung und während einer Erkältung unterstützen können. Allen voran sei hier algovir® Effekt zu nennen.

Der Wirkstoff Carragelose® aus der Rotalge kann die Ausbreitung der Viren hemmen und auf diese Weise die Erkältung verkürzen. Die Carragelose® legt sich wie ein Schutzfilm auf die Nasenschleimhaut und bildet so eine Barriere gegen Erkältungsviren. Damit ist das Erkältungsspray ideal für die prophylaktische Anwendung ab den ersten Anzeichen einer Erkältung. algovir® Effekt bietet Ihnen so das zusätzliche Plus an Schutz vor Infektionen.
Carolin Stollberg
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Medizinredakteurin
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